125 Jahre Caritas

Im Namen der Nächstenliebe

Datum: 10.03.2022 / Ressort: Versorgung

Die drei zentralen Aufgaben, die Gründer Lorenz Werthmann der Caritas 1897 ins Stammbuch schrieb, sind heute - zu Beginn von Coronajahr drei - so nötig wie damals: organisieren, studieren und publizieren. Dabei ging es dem Priester Werthmann darum, die Kräfte der katholischen Kirche zu bündeln, professionell und wissenschaftlich fundiert zu helfen und ein gesellschaftliches Fundament für die Nächstenliebe, lateinisch Caritas, zu schaffen.
Der neue Verband konzentrierte sich auf Menschen in sozialer Not, darunter körperlich Beeinträchtigte oder Saisonarbeitskräfte, und engagierte sich in der Krankenpflege, der Kindererziehung oder dem Schutz von Mädchen und Frauen. Eine Arbeit, die Anfang des 20. Jahrhunderts angesichts des Ersten Weltkriegs immer entscheidender wurde, und dazu führte, dass die deutschen Bischöfe den Caritasverband 1916 als Sozialdienst der katholischen Kirche anerkannten.

Von 1933 bis 1945 wirkte die Caritas weiter. Seine Stellung im Nationalsozialismus hat der Verband bis heute nicht adäquat aufgearbeitet. Klar ist aber auch, nach dem Zweiten Weltkrieg organisierte die Caritas die Verteilung ausländischer Hilfsgüter an die deutsche Bevölkerung und leistete einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau Deutschlands.

Seit den 1960er-Jahren engagiert sich der Verband in der weltweiten Katastrophenhilfe. Heute gilt die föderal organisierte Caritas mit Hauptsitz in Freiburg als größter privatrechtlicher Arbeitgeber, der nicht mehr auf Spenden angewiesen ist, sondern sich über Leistungsentgelte des Staats, der Städte und Kommunen und der Sozialversicherungen finanziert. Zum Zusammenschluss gehören bundesweit rund 6.200 rechtlich eigenständige Träger, etwa der Jugend-, Behinderten- oder Altenhilfe, mit rund 693.000 Beschäftigten. Seit 2021 steht mit Eva Maria Welskop-Deffaa die erste Frau an der Spitze des Verbandes

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.