AOK-Chef fordert allgemeinverbindliche Tarifverträge in der Pflege

Datum: 12.06.2018 / Ressort: Versorgung

Fachkräftemangel - ein großes Problem in vielen Pflegeeinrichtungen. Damit sich daran etwas ändere, müssten die in der Pflege tätigen Mitarbeiter mindestens den tariflich festgelegten Lohn bekommen, fordert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg: "Ich halte es für richtig, wenn die Politik endlich das Thema angeht, Tarifverträge in der Pflege für allgemeinverbindlich zu erklären, denn in der Tat ist es so, dass die Tarifpartner von sich aus hierzu keine adäquate Vereinbarung hinkriegen."

Der AOK-Chef kommentiert damit die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des SWR, der im Mai 2018 eine telefonische Umfrage unter 1.009 Deutschen ab 18 Jahren durchgeführt hat. 78 Prozent der Befragten gaben darin an, sie seien bereit, mehr Geld in die Pflegeversicherung einzuzahlen, wenn dies zu einer spürbaren Verbesserung der Pflege beitrage.

Hermann sieht die Bezahlung aber nicht als den einzigen wichtigen Punkt. Mittelfristig gehe es vor allem auch darum, über das neue Pflegeberufegesetz die Qualität der Ausbildung für Pflegekräfte zu stärken.