Brücke für die Lücke

Im Modellprojekt StarK erproben Kliniken wie sich das Reha-Loch schließen lässt

Datum: 03.02.2022 / Ressort: Versorgung

Sich ohne fremde Hilfe anziehen oder essen können – bei vielen Patientinnen und Patienten ist das nach einer schweren OP nicht sofort wieder möglich. Doch wer bestimmte Voraussetzungen wie diese nicht erfüllt, wird nach einer Akutbehandlung aus der Klinik nach Hause oder – wenn es gut läuft in eine Kurzzeitpflege entlassen, statt in eine Reha-Einrichtung zu gehen. Es entsteht das sogenannte Reha-Loch, für dessen Schließung sich Krankenhäuser, medizinisches Fachpersonal und auch Krankenkassen wie die AOK Baden-Württemberg schon lange politisch einsetzen.

Nun gibt es im Südwesten ein Modellprojekt mit dem Namen StarK – was für Stärkung der Rehabilitationsfähigkeit durch Kurzzeitpflege nach Krankenhausaufenthalt steht. „Wir wollen Patientinnen und Patienten, die normalerweise keinen Pflegegrad haben, aber nach einer OP aufgrund eines internistischen Akutereignisses vorübergehend auf pflegerische Hilfe angewiesen sind, möglichst früh in die Reha-Phase bringen, um nicht wichtiges Potenzial zu vergeuden“, sagt Désirée Immel von der AOK Baden-Württemberg. Versicherte, die in dieses Muster passen, werden von den sechs beteiligten Krankenhäusern in Baden-Württemberg direkt an die Reha-Einrichtung überwiesen. Im Modellprojekt ist das die Vinzenz Klinik in Bad Ditzenbach. Hier bekommen die Patientinnen und Patienten eine Kurzzeitpflege, die mit rehabilitativen und therapeutischen Elementen angereichert ist. So sind sie gut versorgt, können sich erholen und gleichzeitig schon die ersten Schritte zurück in die Eigenständigkeit machen. An diese Phase schließt sich dann die normale Rehabilitations-Maßnahme in der gleichen Einrichtung an. Behandlungen und Therapien gehen nahtlos ineinander über. Die Lücke schließt sich.
Das ist zumindest der geplante Ausgang. Ob es am Ende auch funktioniert, evaluiert das Institut für  Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm. Désirée Immel: „Wir gehen davon aus, dass wir das Modellprojekt trotz Corona bis Ende kommenden Jahres erfolgreich abschließen können.“

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.