Chronische Wunden optimal versorgt

Für mehr Lebensqualität: AOK Baden-Württemberg setzt auf zertifizierte Wundmanagerinnen

Datum: 29.12.2021 / Ressort: Versorgung

Als chronische Wunden werden Verletzungen bezeichnet, die längere Zeit bestehen und schwerverheilen. Die medizinische Faustregel lautet: Wunden, die nicht innerhalb von vier bis zwölf Wochen nach Entstehung und unter fachgerechter Therapie eine Heilungstendenz zeigen, werden als chronisch bezeichnet. Für die Patientinnen und Patienten sind mit jeder chronischen Wunde neben körperlichen Beeinträchtigungen auch Einschränkungen der Selbstständigkeit und des sozialen Lebens verbunden. Daher kommt der Versorgung von chronischen und schwer heilenden Wunden eine besondere Bedeutung zu. Sie erfordert ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz und hygienischen Kenntnissen, damit eine fachgerechte Wundversorgung möglich ist.

Laut Bundesverband der Deutschen Chirurgen gibt es in Deutschland etwa 2,7 Millionen Menschen mit chronischen Wunden. Zu den häufigsten Arten chronischer Wunden zählen das gefäßbedingte Unterschenkelgeschwür, das Druckgeschwür ab Grad 2 und das diabetische Fußsyndrom. „Bei der Behandlung schwer heilender Wunden ist eine fachübergreifende Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess  Beteiligten wichtig“, so Stefan Bahr vom Therapiezentrum Chronische Wunden Ortenau (TCW). Das TCW ist eines von rund dreißig Zentren in Deutschland, die sich auf die Behandlung von chronischen Wunden spezialisiert haben. Um im Sinne der Versicherten eine optimale Versorgung der Wunden zu ermöglichen, haben sich auch 30 Mitarbeiterinnen der AOK Baden-Württemberg zu Wundexpertinnen ausbilden und von der Initiative chronische Wunden (ICW) zertifizieren lassen. Viele von ihnen haben sich beim TCW qualifiziert und umfangreiches Wissen zur Wundversorgung erworben. Durch jährliche Rezertifizierungskurse, auch bei der Akademie für Gesundheitsberufe und Wundmanagement in Lahr, sind sie immer auf dem aktuellen Stand. „Unsere zertifizierten Wundmanagerinnen nach ICW aus dem Bereich der Häuslichen Krankenpflege verfügen über eine hohe fachliche Expertise und die notwendige pflegerische Kompetenz für eine patientenorientierte, wirtschaftliche und leitliniengetreue Wundversorgung“, sagt Sabine Kuhn, Spezialistin für Häusliche Krankenpflege bei der AOK Baden-Württemberg. Die Wundexpertinnen stehen Ärztinnen und Ärzten sowie Versicherten beratend zur Seite und unterstützen damit eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit. Damit das gelingt, werden außerdem spezialisierte Pflegefachkräfte, Fachkräfte aus den Bereichen der Orthopädietechnik  und  Podologie  sowie  andere Fachpraxen einbezogen.

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.