COPD-Tag

Frühzeitige Diagnose kann Lebensqualität retten

Datum: 14.11.2017 / Ressort: Versorgung

Allein unter den Versicherten der AOK Baden-Württemberg leiden mehr als 160.000 Menschen an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die Dunkelziffer könnte deutlich höher sein. Denn die Krankheit entsteht schleichend. Oft vergehen zwischen den ersten Symptomen und der Diagnose Jahre. „Beschwerden wie hartnäckiger Husten werden anfangs oft für ,normalen, Raucherhusten, eine Bronchitis oder Asthma gehalten. Dass eine fortschreitende Erkrankung dahinter steckt, wird häufig erst erkannt, wenn bereits stärkere Beschwerden spürbar sind“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Fachärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Viele Betroffene seien dann schon älter als 60 Jahre.

Frau Dr. Knapstein, COPD steht in Deutschland an Platz 6 der krankheitsbedingten Todesursachen. Dennoch ist die Krankheit immer noch relativ unbekannt. Was versteht man unter einer COPD?

„Bei der sogenannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung – kurz COPD – ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Bronchien sind verengt. Dadurch bekommt man bei fortgeschrittener COPD nur schwer genügend Luft. Schon Alltagstätigkeiten können dann ausreichen, um außer Atem zu geraten – wie Treppensteigen, Gartenarbeit oder ein Spaziergang.“

Was kann man gegen COPD tun?


„COPD ist derzeit nicht heilbar. Die Behandlung zielt deshalb darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten oder zumindest zu bremsen. Wichtig ist dann vor allem, aufs Rauchen zu verzichten. Körperliche Bewegung und Atemgymnastik sind wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten und die Muskeln, insbesondere auch die Atemmuskulatur, zu stärken. Auch Medikamente können die Beschwerden lindern und Atemnot-Anfällen vorbeugen.“

Das heißt, eine frühzeitige Diagnose ist besonders wichtig. Wenn Menschen den Verdacht haben, an COPD erkrankt zu sein, was sind Warnsignale?

„Typische Symptome einer COPD sind Atemnot bei körperlicher Belastung – bei fortgeschrittener COPD bereits in Ruhe –, täglicher Husten über eine längere Zeit, Auswurf, Geräusche beim Atmen wie Pfeifen und Brummen und verstärkte Beschwerden bei Erkältungen oder Grippeerkrankungen.“

Lässt sich einer COPD vorbeugen?


„Es gibt einen starken Zusammenhang zwischen Rauchen und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung: Es erkrankt zwar nicht jeder Raucher, aber fast 90 von 100 Menschen mit COPD rauchen oder haben früher geraucht. Auch Passivrauchen ist ein wichtiger Risikofaktor.“

Vielen Dank, Frau Dr. Knapstein.


Für Erkrankte bietet die AOK Baden-Württemberg besondere Information und Unterstützung. Mehr zu AOK-Curaplan COPD