COVID-19: Nicht so ganz privat

Beteiligt sich die PKV fair an den Corona-Kosten?

Datum: 08.06.2021 / Ressort:

Ja, sogar mehr als fair, sagt Florian Reuther, Verbandschef der Privaten Krankenversicherung (PKV). Zeit, einmal nachzurechnen.

Auf einer Pressekonferenz zur Zwischenbilanz der Coronapandemie im September 2020 verwehrte sich Florian Reuther, Verbandsdirektor der Privaten Krankenversicherung, gegen den Vorwurf, die PKV beteilige sich zu wenig an den Corona-Kosten. „Wir leisten zur Bewältigung der Krise sogar höhere Zahlungen an das Gesundheitssystem, als es ihrem zehnprozentigen Versichertenanteil im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung entspricht.“

Dem widerspricht Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, deutlich: „Den weitaus größten Teil der Kosten stemmen bislang allein die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber.“ Die Finanzierung der Impfzentren, an der die PKV mit 3,5 Prozent beteiligt ist, ist eines der wenigen Gegenbeispiele. Allerdings müsste sie entsprechend ihres Versichertenanteils mindestens fünf Prozent der Kosten tragen – von denen das Land die Hälfte stemmt und die GKV 46,5 Prozent.

Weitere Beispiele zeigen, dass sich die PKV ihrer Verantwortung entzieht. Darunter die Coronapflegeprämie, der Bonus für zusätzliche Intensivbetten in Kliniken oder die asymptomatischen Testungen, die die GKV über die Liquiditätsreserve sogar für PKV-Versicherte mitbezahlt.

 

Dieser Beitrag stammt aus dem #AgendaGesundheit Magazin. Die aktuelle Ausgabe findet sich im Anhang dieser Seite.