Deutlicher Anstieg von Multiple-Sklerose-Erkrankungen

13.284 AOK-Versicherte in Baden-Württemberg betroffen

Datum: 29.05.2019 / Ressort: Gesundheitstipps

„KEINER SIEHT´S. EINE(R) SPÜRT´S: Multiple Sklerose – vieles ist unsichtbar" lautet das Motto zum Welt-MS-Tag am 30. Mai. Über die letzten Jahre hinweg ist die Zahl von Multiple-Sklerose-Patienten kontinuierlich angestiegen. Frauen sind etwa 2,5 Mal mehr betroffen als Männer. Am häufigsten tritt die Erkrankung im Alter zwischen 50 und 54 Jahren auf. Bei den AOK-Versicherten entwickelten sich die Patientenzahlen in Baden-Württemberg von 10.922 im Jahr 2013 über 12.066 im Jahr 2015 auf 13.284 im Jahr 2017.

AOK-Arzt Dr. Jan Paulus: „Multiple Sklerose, kurz auch als MS bezeichnet, ist eine chronische, nicht heilbare entzündliche Erkrankung. Dabei schädigt das eigene Immunsystem Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark. Dies kann zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen, wie Seh- und Gefühlsstörungen, Müdigkeit, Schmerzen in Armen und Beinen, Lähmungserscheinungen, Schwindel und Zittern.“ Bei den meisten Patienten verlaufe die Entwicklung der Erkrankung in Schüben.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen erkrankt. In Deutschland leben nach Berichten des Bundesversicherungsamtes mehr als 240.000 MS-Kranke. Eine individuell an den Bedürfnissen der Patienten ausgerichtete Behandlung inklusive Physiotherapie, neuropsychologische Rehabilitationsangebote, Ergotherapie und Hilfsmittel unterstützen bei der Bewältigung des Alltags.
„Körperliche Aktivität kann der Entstehung von Begleiterkrankungen vorbeugen. Deshalb sollten Betroffene zum Sport motiviert werden, benötigen aber dringend individuelle Beratung,“ erläutert Dr. Paulus und ergänzt: „MS wird entscheidend vom Lebensstil und psychologischen Faktoren mit beeinflusst. So verbessert die Behandlung einer bestehenden Depression die Prognose. Um sozialer Isolation vorzubeugen, werden körperliche Aktivität und Hobbys empfohlen.“

Im Verlauf der Erkrankung gelinge es häufig immer weniger, alltägliche Aufgaben zu bewältigen – Selbstzweifel, Ängste und Zukunftssorgen nehmen zu. Im Rahmen des AOK-Facharztvertrages „Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie" wird die psychosoziale Versorgung gefördert und die Teilhabe am Alltagsleben ermöglicht. Begleitend zur Therapie kann auf Wunsch der Soziale Dienst der AOK einbezogen werden, der bei der Organisation von Rehabilitation und Nachsorge unterstützt und mit Blick auf berufliche Perspektiven berät.