Die meisten vertrauen dem Hausarzt – und sich selbst

Datum: 28.01.2019 / Ressort: Studien

forsa-Befragung wertet Zufriedenheit mit dem deutschen Gesundheitssystem aus

In einer jüngst abgeschlossene Online-Umfrage hat das Umfrageinstitut forsa die Zufriedenheit baden-württembergischer Patienten mit dem deutschen Gesundheitssystem erhoben. Ausgewertet wurden die Antworten von 1009 gesetzlich Krankenversicherten. Das Ergebnis: Drei Viertel der Befragten fühlen sich insgesamt gesundheitlich gut versorgt - in der Bewertung zeigten sich aber individuelle Unterschiede, die von den persönlichen Lebensumständen abhängen. Ein Großteil der Baden-Württemberger vertraut bei gesundheitlichen Beschwerden auf ihren Hausarzt.
 
Von den befragten Frauen und Männern äußerten sich 46 Prozent zufrieden über das deutsche Gesundheitssystem, 26 Prozent waren sogar außerordentlich zufrieden. Ein Großteil dieser Zufriedenheit scheint das Verdienst der Hausärzte zu sein, denn 85 Prozent der gesetzlich Versicherten gab an, sich bei Beschwerden zuerst an sie zu wenden. Gute Noten gaben zwei Drittel der Befragten zwar auch den Fachärzten, bemängelten jedoch, dass Facharztbesuche oft erst nach langen Wartezeiten für einen Termin möglich seien. Das hohe Vertrauen der Befragten in die Hausärzte zeigt sich im AOK-Hausarztprogramm sowie dem angeschlossenen Facharztprogramm. Den Hausarzt als zentralen Lotsen im Gesundheitssystem – das ist der Ansatz der alternativen Regelversorgung in Baden-Württemberg, die einen unkomplizierten Arztzugang sowie eine intensive Betreuung bietet und die Zufriedenheitswerte in der Befragung positiv beeinflusst. Teilnehmer am AOK-Facharztprogramm bekommen innerhalb von zwei Wochen einen Termin bei einem Facharzt, in dringenden Fällen sogar am gleichen Tag.

Wie wichtig das Thema der Wartezeit für Patienten ist, hängt nicht zuletzt von den jeweiligen Lebensumständen ab. Gerade Berufstätige, die Arztbesuche mit ihren Arbeitszeiten in Einklang bringen müssen, empfinden schwierige Terminabstimmungen als hohe Belastung. Unzufrieden mit den Wartezeiten waren 73 Prozent der Berufstätigen aus der Befragung, bei den nicht Berufstätigen waren es elf Prozent weniger.

Die Verantwortung für die eigene Gesundheit sieht die Mehrheit der Befragten aus der forsa-Umfrage bei sich selbst: 72 Prozent geben an, dass sie gerade aus dem Wissen um die eigene Verantwortung ein Gefühl der Sicherheit beziehen. Nur 19 Prozent leiten dieses Gefühl von Sicherheit vor allem aus der Erwartung ab, im Notfall gut versorgt zu werden. Als Pessimisten erweisen sich nur 6 Prozent, die der Meinung sind, dass weder sie selbst noch andere viel für sie tun können, wenn ein Notfall eintritt.

Am Ende der Seite unter "Dokumente" finden sich der Ergebnisbericht der zitierten forsa-Befragung sowie eine tabellarische Auswertung dazu.