Entlassmanagement zu Ende gedacht

Hermann: „Wer ein Krankenhaus verlässt, möchte nicht nur eine Telefonnummer in der Hand haben!“

Datum: 19.12.2019 / Kategorie:

„Gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht“ – so kommentiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, die geltenden Regelungen zum sogenannten Entlassmanagement, die seit Oktober 2017 verbindlich gelten. Der Gesetzgeber hatte seinerzeit Krankenhäuser und auch Reha-Kliniken, dazu verpflichtet, nach der Entlassung bei Bedarf für eine lückenlose Weiterbehandlung und Weiterversorgung ihrer Patienten zu sorgen. Die Krankenkassen sollen dabei unterstützen. „Mehr als allenfalls eine Telefonhotline ist dabei bei den meisten Kassen aber nicht herausgekommen. Wer ein Krankenhaus verlässt, möchte als Unterstützung aber nicht nur eine Telefonnummer in der Hand halten“, resümiert Hermann, „deshalb gehen wir anders vor. Zurecht erwarten die Menschen tatkräftige Unterstützung von uns.“ Die AOK Baden-Württemberg hat deshalb ein neues Entlassmanagement für ihre Versicherten eingerichtet, das den Betroffenen umfassend helfend zur Seite steht.

 

„Wir wissen aus einer repräsentativen Umfrage, dass sich 87 Prozent der Menschen Unterstützung durch ihre Krankenkasse wünschen, wenn sie bei Klinikentlassung Folgebehandlungen brauchen“, erläutert Hermann. Weiterhin wisse die AOK, dass jeder Vierte der Teilnehmenden in den letzten zehn Jahren selbst einmal in stationärer Behandlung im Krankenhaus war und danach weiterführende Behandlungen erhielt, wie ambulante Versorgung, stationäre und ambulante Reha oder Pflege.“

 

Die AOK Baden-Württemberg wolle patientenorientiertes Entlassmanagement überall dort anbieten, wo es gebraucht wird, so Hermann weiter: „Auch hier richten wir uns an den jeweils konkreten Notwendigkeiten aus, weil es als ein Stück regionaler Versorgungssteuerung zeigt, dass Gestaltung vor Ort die bessere Option ist. Wir haben deshalb in jeder unserer 14 Bezirksdirektionen in Baden-Württemberg einen besonders qualifizierten Ansprechpartner für Entlassmanagement eingerichtet.“ Diese Ansprechpartner beraten nicht nur, sie stellen zudem zuverlässig Kontakte zu Vertragsärzten, Reha-Einrichtungen, ambulanten Pflegeberatern oder stationären Pflegediensten her. Zudem helfen sie bei der unbürokratischen Prüfung von Anträgen und informieren über Versorgungsmöglichkeiten vor Ort.

 

In der ersten Jahreshälfte 2019 hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der AOK Baden-Württemberg in einer bisher unveröffentlichten Umfrage 505 Probanden interviewt. Es ging darin um deren Erwartungshaltung zu einem nahtlosen Übergang zwischen Krankenhausaufenthalt und eventuell erforderlichen Anschlussbehandlungen.