Erster Schritt zur echten Wahlfreiheit: Beamte in der GKV

Baden-Württemberg bewertet eine Umsetzung des „Hamburger Modells“ als schwierig

Datum: 16.11.2018 / Ressort: Versorgung

Im Norden der Republik haben Beamtinnen und Beamte seit August 2018 mehr Optionen, wenn es um die Entscheidung für die Krankenversicherung geht: Hamburg bietet Neu-Beamten neben der Kombination aus privater Krankenversicherung und Beihilfe auch die Möglichkeit in die gesetzliche Krankenversicherung einzutreten und bezahlt die Hälfte der gesetzlichen Beiträge. Im Süden sieht man diesen Weg noch skeptisch: Nach einer Landtagsanfrage bewertet das Finanzministerium Baden-Württemberg eine Umsetzung des „Hamburger Modells“ als schwierig. Neben verfassungsrechtlichen Bedenken sieht man vor allem kurz- und mittelfristig finanzielle Mehrbelastungen, die derzeit noch nicht abschätzbar seien.
Für die Verantwortlichen in Hamburg dagegen ist das Glas nicht halb leer, sondern halb voll – nach übergangsweise Mehrkosten wird in der Hansestadt Kostenneutralität durch diese Öffnung der GKV erwartet. Auch in der AOK Baden-Württemberg sieht man das „Hamburger Modell“ als möglichen ersten Schritt hin zu einem einheitlichen, integrierten Versicherungsmarkt. Das sogenannte Duale System von GKV und PKV ist historisch überholt. Mit einer echten Wahlfreiheit für Beamtinnen und Beamte kann die Politik einen einheitlichen Rahmen für den solidarischen Wettbewerb zwischen allen Krankenkassen schaffen.