Fastenzeit – viele Wege des Verzichts

Datum: 05.03.2019 / Ressort: Gesundheitstipps

Am Aschermittwoch beginnt die traditionelle Fastenzeit bis zum Osterwochenende. Das traditionelle Fasten sieht zwar nicht den kompletten Verzicht auf feste Nahrung vor, sondern den Verzicht auf Fleisch, Wurst, Alkohol und gegebenenfalls Süßigkeiten. Viele nehmen diesen Startschuss und das nahende Frühjahr aber zum Anlass, um mit dem sogenannten Heilfasten, also einem vollständigen Nahrungsentzug, überflüssige Pfunde loszuwerden. Heilfasten sollte dabei immer mit dem Hausarzt besprochen und von ihm begleitet werden, da der abrupte Verzicht auf Nahrung auch für gesunde Menschen eine Belastung bedeutet.

Denn erst nach mehrtägigem Fasten kann das Gehirn die Energieversorgung umschalten. In der Anfangsphase baut der Körper deshalb verstärkt körpereigenes Eiweiß aus der Muskulatur ab, die dadurch geschwächt wird. „Gewichtsabnahme ist beim Heilfasten nur ein netter Nebeneffekt, sollte aber nicht Ziel des Fastens sein, da der Gewichtsverlust nicht nachhaltig ist“, erklärt Anja Ettischer, Ernährungswissenschaftlerin bei der AOK Baden-Württemberg. „Der Körper drosselt den Energieverbrauch auf Sparflamme und Dank Jo-Jo-Effekt kommen die verlorenen Pfunde spätestens an Ostern und Pfingsten wieder auf die Hüften. Nur eine Ernährungsumstellung führt zu dauerhaftem Gewichtsverlust“, so Ettischer.

Allerdings kann Fasten den Auftakt für eine bewusstere und gesündere Ernährung bilden. Wer gesund ist, kann auf sogenanntes Intervallfasten setzen, bei dem es zwei Varianten gibt:  Das Intervallfasten, bei dem an zwei Tagen pro Woche maximal 600 Kalorien zu sich genommen werden, an den übrigen Tagen wird die Kalorienzufuhr gegebenenfalls etwas vermindert, aber ansonsten „normal“ gegessen. Die andere Form des Intervallfastens sieht vor, dass man über 8 Stunden des Tages verteilt die Tagesration an fester Nahrung zu sich nimmt, in den verbleibenden 16 Stunden des Tages hingegen nichts isst. Ob hierfür das Frühstück oder das Abendessen ausgelassen wird, ist eine Typfrage. „Aus gesundheitlicher Sicht können gesunde Erwachsene die in letzter Zeit häufig angepriesene Form des Intervallfastens 16:8 auch über einen längeren Zeitraum durchführen. Natürlich sollte bei den übrigen Mahlzeiten alle wichtigen Nährstoffe in Form einer gesunden, abwechslungsreichen Kost auf den Tisch kommen und viel getrunken werden“, erklärt Ettischer. „Die bewusste Auszeit kann dabei helfen, auf unnötige Kalorien wie abendliche Snacks vor dem Fernseher zu verzichten und somit auch dauerhaft überflüssige Pfunde zu verlieren“, so die Ernährungswissenschaftlerin. Diese Art des Fastens ist gesellschaftskompatibel, weil man ohne Probleme am Mittagessen und wahlweise beim Abendessen oder Frühstück mit der Familie teilnehmen kann und nichts verboten ist.

Ohne Rücksprache mit dem Hausarzt kann übrigens jeder auf den Konsum von Fast Food und Süßigkeiten verzichten. Und auch die reduzierte Nutzung von Smartphone und Fernsehen sind moderne Formen des Fastens.