Fehltage steigen leicht an

Im Jahr 2018 fehlten die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen im Schnitt 18,6 Tage

Datum: 18.01.2019 / Kategorie: Krankenstand

Stuttgart

Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren leicht gestiegen. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2018 im Schnitt pro Mitglied 18,6 Fehltage. Das sind 0,4 Tage mehr als 2017 und 0,2 Tage mehr als 2016. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2017 um 0,1 Prozent höher.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,37 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 35,84 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2018 durchschnittlich (1,8-mal) etwas häufiger krankgeschrieben als im Vorjahr (1,7-mal). Für die krankheitsbedingten Fehltage sind besonders Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,0 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (14,3 Prozent), psychische Störungen (11,3 Prozent) sowie Verletzungen (10,5 Prozent) verantwortlich. Während die Zahlen für Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Rückenschmerzen, sonstige Bandscheibenschäden und Schulterläsionen) einen leichten Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen, und auch die Zahl für Krankheiten des Atmungssystems hat sich leicht erhöht.

 

„Bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer liegen Probleme des Bewegungsapparats, aber insbesondere Rückenleiden, mit Abstand an der Spitze. Jeder vierte Krankheitstag in Baden-Württemberg ist mittlerweile auf Rückenschmerzen zurückzuführen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Zu den Hauptursachen für Rückenbeschwerden zählen Bewegungsmangel, Fehlhaltungen und einseitige Belastungen im Alltag und im Beruf“, erklärt die Expertin mit sportmedizinischer Zusatzqualifikation. Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiges körperliches Training wie zum Beispiel Walking, Beweglichkeits- und Krafttraining Arbeitsunfähigkeit wegen chronifizierender Rückenschmerzen deutlich verringert. „Der Arzt sollte den Patienten daher gut informieren und ihn aktiv einbeziehen zur Vorbeugung von Rückenschmerzen und zur Linderung bestehender Beschwerden“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein. Beides orientiert sich an den individuellen Ursachen der Beschwerden und den Risikofaktoren. Die Versorgung im Rahmen des Orthopädie-Vertrags der AOK Baden-Württemberg berücksichtigt unter anderem auch diese wissenschaftlichen Erkenntnisse; AOK-Haus- und FacharztProgramm fördern gemeinsam die engere Vernetzung und den interdisziplinären Austausch der teilnehmenden Ärzte.

 

Mehr als die Hälfte der Mitglieder der AOK Baden-Württemberg (55,9%) war 2018 mindestens einmal krankgeschrieben. Dies entspricht ungefähr den Werten der Jahre 2017 und 2016. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und sie für dieses Thema zu sensibilisieren, bietet die AOK Baden-Württemberg neben typischen gesundheitsförderlichen Maßnahmen auch Maßnahmen zur Verbesserung der Führungs- und Unternehmenskultur, des Betriebsklimas, der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf bei der Betreuung der Betriebe an. Oft reichen schon wenige Maßnahmen, um rückenschonender zu arbeiten und einseitige Belastungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.

 

 

Anmerkung für die Redaktionen:

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,5 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier beschriebenen Krankheitsarten zurückzuführen.

 

 

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