Feiern ja, Komasaufen nein

Zahlen der AOK Baden-Württemberg zeigen Rückgang der jugendlichen Komasäufer

Datum: 27.07.2018 / Ressort: Gesundheitstipps

In Baden-Württemberg haben seit dieser Woche die Sommerferien begonnen und viele Jugendliche nutzen die freien Tage, um feiern zu gehen, sei es auf dem Sommerfest, im Park, auf einer Aussichtsplattform, auf der Abschlussfahrt mit der Schule oder mit dem Sportverein oder im ersten Urlaub ohne die Eltern. Gefeiert wird dabei oft mit viel Alkohol und ab und zu enden diese Abende dann im Krankenhaus. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trinken Jugendliche mit etwa 13 Jahren erstmals Alkohol und erleben ihren ersten Rausch noch vor ihrem 14. Geburtstag. Ein riskanter Alkoholkonsum ist laut Robert Koch-Institut bei knapp 16 Prozent der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren festzustellen, regelmäßiges Rauschtrinken bei 11,5 Prozent. Laut einiger Studien gibt es Hinweise darauf, dass Jugendliche, die besonders früh beginnen, Alkohol zu trinken und viel Alkohol konsumieren, ein erhöhtes Risiko haben, im späteren Leben einen problematischen Umgang mit Alkohol oder sogar eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.

Doch die gute Nachricht ist, dass die Krankenhausaufenthalte bei den jugendlichen Versicherten der AOK Baden-Württemberg aufgrund von Komasaufen in den letzten Jahren kontinuierlich weniger geworden sind. Die Krankenhausfallrate bei jugendlichen Komatrinkern ist in den letzten fünf Jahren um jährlich 4,7 Prozent gesunken. Die schlechte Nachricht ist aber, dass sich Jugendliche noch immer bis zur Besinnungslosigkeit betrinken. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.091 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren mit der Diagnose „Komasaufen“ in ein Krankenhaus eingeliefert. „Rauschtrinken ist ein gesundheitlich besonders riskantes Trinkmuster, welches akute Schäden wie Alkoholvergiftungen und Verletzungen sowie Gewalt - auch gegenüber Dritten - verursachen kann. Langfristig können Alkoholabhängigkeit und vielfältige organische Schäden Folgen des Rauschtrinkens sein“, warnt Dr. Jan Paulus, Arzt bei der AOK-Baden-Württemberg.

Weil Jugendliche im Umgang mit Alkohol noch unerfahren sind, ihr Körper aber noch nicht ausgereift ist, sind sie anfälliger für gravierende gesundheitliche Schäden bei einem übermäßigen Konsum. Ihr Körper kann den Alkohol nur sehr langsam abbauen, weshalb schon geringe Mengen zu schweren Schäden und Vergiftungen führen können. Das sogenannte Rauschtrinken stellt dabei ein besonderes Risiko dar. Hinzu können soziale Probleme kommen wie zum Beispiel Schwierigkeiten in der Schule oder Auseinandersetzungen mit Freunden oder Eltern als Folge des Alkoholkonsums im Jugendalter. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist bei jungen Männern im Alter zwischen 15 und 29 Jahren jeder vierte Todesfall auf Alkohol zurückzuführen. Bei Frauen in dieser Altersgruppe ist es jeder zehnte Todesfall. Alkohol kann zudem die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen und sich nachteilig auf die körperliche Fitness und den Muskelaufbau auswirken.

Die AOK Baden-Württemberg fördert seit Jahren die suchtpräventiven Projekte der kommunalen Suchtbeauftragten in den Stadt- und Landkreisen. Wird ein Jugendlicher mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert, wird nach Möglichkeit noch während des Krankenhausaufenthalts ein Suchtbeauftragter informiert. Dieser kontaktiert dann die betroffenen Jugendlichen, um frühzeitig geeignete und individuelle Suchtpräventionsmaßnahmen einleiten zu können.