Gesundheit soll im Südwesten die dritte Schlüsselbranche werden

Die AOK Baden-Württemberg im Interview mit Ministerin Theresia Bauer

Datum: 02.03.2022 / Ressort: Versorgung

Stuttgart will neben Maschinenbau und Automobilindustrie einen neuen Schwerpunkt etablieren. Was passiert da? #AgendaGesundheit Magazin im Gespräch mit Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg:

#AgendaGesundheit: Sie fördern die Gesundheitsbranche. Was tun Sie genau und warum?

Theresia Bauer: Wir weiten die Forschung in den Lebens- und Gesundheitswissenschaften aus. Aus der Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Unternehmen ergeben sich Chancen für unsere traditionell starke Medizintechnik- und Gesundheitsindustrie. Der Innovationscampus „Health and Life Science Alliance“ in Heidelberg und Mannheim ist ein Paradebeispiel dafür.

#AgendaGesundheit: Wie nahe sind Sie dem Ziel inzwischen gekommen?

Theresia Bauer: Mit dem Forum Gesundheitsstandort stärken wir die Kooperationen im Südwesten, um medizinische Versorgung in Stadt und Land und über alle Bereiche hinweg zu sichern. Wir treiben technologische und medizinische Innovationen durch Zusammenarbeit voran und sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Gesundheitswirtschaft in Baden-Württemberg. Das Forum ist als Plattform für den Dialog zwischen Gesundheitswirtschaft, -versorgung und -wissenschaft eine echte Institution im Land. Dabei helfen uns auch Projekte im Forum, mit denen wir Neues wagen und erproben können. Mit seinen Zentren für personalisierte Medizin nimmt Baden-Württemberg bereits heute eine Spitzenstellung ein.

#AgendaGesundheit: 2021 hat die Landesregierung besonders stark die Vernetzung von Hochschul- und Spitzenforschung gefördert. Geht das nicht zulasten der Medizin im ländlichen Raum?

Theresia Bauer: Nein, denn die Landesregierung fördert gleichzeitig auch die Sicherung der medizinischen Versorgung auf dem Land und die Anbindung der Bevölkerung in den ländlichen Regionen an die Spitzenmedizin der universitätsmedizinischen Standorte. Zudem stärkt sie die Belange der Allgemeinmedizin bereits in der Ausbildung, damit sich noch mehr Absolventinnen und Absolventen für eine hausärztliche Tätigkeit auf dem Land entscheiden. Es geht uns um die bessere Verknüpfung von vorhandenen Strukturen und Netzwerken der Lehre und der Versorgung in den Regionen. Die Digitalisierung muss zentraler Schwerpunkt in der ärztlichen Ausbildung sein. Gleichzeitig soll der Mehrwert der vernetzten medizinischen Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.


Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.