„Gut trocknen und regelmäßig cremen“

Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Ärztin und Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg, gibt Tipps für die Handhygiene

Datum: 17.04.2020 / Ressort:

Händewaschen ist ein alltäglicher Vorgang und gerade in der aktuellen Zeit ist es besonders wichtig, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen, damit alle Krankheitserreger von den Händen verschwinden. Das gilt insbesondere vor und nach dem Essen, nach dem Besuch der Toilette, nach dem Husten oder Niesen, nach dem Kontakt mit Tieren und beim Nachhausekommen. Dabei sollte man jedoch auch beachten, dass man die Haut in dieser Zeit des häufigen Händewaschens schützt und pflegt.

Worauf es dabei besonders zu ankommt, das weiß Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Ärztin und Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg.

Häufiges und besonders gründliches Händewaschen hinterlässt Spuren wie trockene, rissige und gerötete Haut. Kann das gesundheitliche Folgen haben wie beispielsweise eine Entzündung der Haut oder Viren, die durch die Risse ins Blut gelangen?
Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch: „Für die meisten Menschen ist das gesundheitlich zunächst nicht bedenklich. Bei manchen besonders anfälligen Personen kann es bei dauerhafter Belastung jedoch zu einem größer flächigeren Befall der Hände kommen oder es entwickeln sich offene Stellen. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich vor allem Bakterien vermehren und eine Entzündung entsteht. In diesem Fall sollte eine Lokaltherapie erfolgen. Bei besonders anfälligen Personen (z. B. bei Neurodermitis, Immunsupprimierte) können sich in Einzelfällen im betroffenen Bereich leichter als sonst Viruswarzen, sogenannte Verrucae vulgares, entwickeln.“

Haben Sie Tipps, was man am besten dafür tun kann, um die Haut zu schützen, welche Seife verwendet werden sollte oder wie kalt oder warm das Wasser sein sollte?
Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch: „Es sollten Seifen benutzt werden, die die Haut nicht zu sehr austrocknen. Personen, die eine empfindliche Haut haben, könnten zum Beispiel pH-neutrale Seifen verwenden. Diese schäumen übrigens nicht so stark wie herkömmliche Seifen. Heißes Wasser trocknet die Haut mehr aus als warmes oder kaltes. Nach dem derzeit empfohlenen gründlichen Händewaschen sollten die Hände sehr gut abgetrocknet werden mit trockenen Handtüchern oder Papiertüchern. 

Wie sieht es mit Cremes oder anderen Pflegeprodukten für die Haut aus, haben Sie da Tipps?
Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch: „Nach stets gutem Abtrocknen der Hände sollten Personen, die zu trockener Haut neigen, regelmäßig die Hände eincremen. Betroffene Personen können zunächst selbst austesten, welche Creme als angenehm empfunden wird. Für den Fall, dass eine herkömmliche Creme nicht ausreicht, empfiehlt sich eine reichhaltigere Creme. Hier steht in den Apotheken und Drogeriemärkten eine größere Auswahl zur Verfügung.“