Handy und Digitalisierung stressen Arbeitnehmer

Jeder zweite Baden-Württemberger hat Probleme beim Einschlafen

Datum: 04.12.2018 / Ressort: Gesundheitstipps

Die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt, ständige Erreichbarkeit auf dem Diensthandy sowie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben fordern ihren Tribut. Eine aktuelle Umfrage der Universität St. Gallen hat erneut bestätigt, dass Arbeitnehmern, die IT- und Kommunikationstechnik in ihrer Freizeit beruflich nutzen, weniger zufrieden sind und sich emotional erschöpft fühlen. Auch im Südwesten haben Arbeitnehmer offensichtlich mit diesen Herausforderungen der Digitalisierung zu kämpfen, denn eine Forsa-Studie, die im letzten Jahr von der AOK Baden-Württemberg beauftragt wurde, bestätigt, dass 52 Prozent der Baden-Württemberger Probleme beim Einschlafen haben: Bei 4 Prozent der Befragten ist dies sehr häufig der Fall, bei 10 Prozent häufig und weiteren 38 Prozent fällt das Einschlafen ab und zu schwer. Eine mögliche Ursache für diese Probleme sind auch in der Flexibilisierung der Arbeitswelt und der damit verbundene Nutzung von Handy, Tablet oder Notebook bis in die Nacht zu suchen. In Baden-Württemberg nutzen laut Forsa-Umfrage zwei Drittel der Bürger ab 18 Jahre (65 Prozent) abends einen Computer, ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone – bei den Jüngeren ist der Anteil erwartungsgemäß höher als bei den Älteren. 30 Prozent dieser Personen schalten es zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen aus oder auf Standby. 44 Prozent nutzen das Gerät bis kurz vor dem ins Bett gehen und 23 Prozent sogar noch im Bett.

„Meist tragen mehrere Faktoren zu Schlafstörungen bei, unter anderem seelische Belastungen wie beruflicher und familiärer Stress oder Geldsorgen, aber auch der Lebensstil und Erkrankungen, beispielsweise Depressionen oder Schilddrüsenüberfunktion, spielen eine Rolle“, so Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin der AOK Baden-Württemberg. Häufig erschweren Stress und seelische Belastungen das Ein- und Durchschlafen und nicht selten sind die Gründe dafür in der zunehmenden Digitalisierung in der Arbeitswelt und der ständigen Erreichbarkeit der Arbeitnehmer zu suchen. Die gute Nachricht dabei: Schlafstörungen klingen oft ab, sobald die Belastung nachlässt. Halten Belastungen jedoch lange Zeit an oder bleiben die Schlafstörungen darüber hinaus bestehen, sollte man den Hausarzt aufsuchen.
Mehr in der Studie über die Einschlafprobleme der Baden-Württemberger finden Sie hier.