Hermann: „Alte Eisen gehören nur eines – verschrottet“

AOK Baden-Württemberg: Gesetzliche Arzneiimportsubventionierung ganz abschaffen – keine halbgaren Regelungen

Datum: 29.05.2019 / Kategorie: Arzneimittel

Stuttgart

„Maßgebliche Experten des Gesundheitswesens sind sich längst darin einig, dass die gesetzlich betriebene Subventionierung der Importquote von Arzneimitteln ein Uraltinstrument ist, das schnellstens verschrottet gehört, und jetzt beschäftigt sich die Große Koalition plötzlich mit neuen halbgaren Änderungen“, so Dr. Christopher Hermann, Vorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Hermann weist den jetzt bekannt gewordenen Änderungsantrag zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) entschieden zurück. Demnach sollen zukünftig eine Handvoll ausgewählter Arzneimittel von der Quotensubvention für Importe ausgenommen werden. Demgegenüber hatten Apothekerverbände, verfasste Ärzteschaft und AOK Baden-Württemberg, aber auch namhafte Wissenschaftler und Vertreter der forschenden Pharmaindustrie wiederholt dringend angemahnt, die gesetzliche Importförderquote endlich insgesamt aus dem Verkehr zu ziehen.

 

Lediglich einige ausgewählte Arzneimittelgruppen aus der staatlich angeordneten Importsubventionierung herauszunehmen, so der AOK-Chef weiter, löse die Probleme in der Versorgung für Patientinnen und Patienten nicht: „Die Große Koalition bewegt sich in Richtung Qualität der Versorgung bei den betroffenen Arzneimitteln allenfalls millimeterweise. Potenzielle Qualitätsprobleme werden aber für die Vielzahl der importierten Arzneimittel weiter außer Acht gelassen.“ Offensichtich solle es grundsätzlich weiterhin dabei bleiben, dass subventionierte Importarzneimittel, die ursprünglich nie für den deutschen Markt produziert wurden, mit ihren langen intransparenten Lieferketten über Grenzen hinweg eine sichere Arzneimittelversorgung gefährden können. Unsachgemäße Lagerung und mehrfache Umverpackung ließen durch die Importquote weiterhin das Risiko steigen, dass solche Medikamente auf dem deutschen Markt besonders lukrativ und risikoarm verbreitet werden könnten. „Der unbekannte Umgang mit importierten Medikamenten ist aber“, so Hermann abschließend, „eines der Kernprobleme der Arzneimittelskandale der vergangenen Jahre. Hier hilft nur konsequentes Handeln der verantwortlichen Politik, keine halbgare Scheinlösung.“

 

 

 

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