Heuschnupfen: Wenn der Frühling schon im Winter anklopft

Nach aktuellen Untersuchungen hat in Deutschland jeder vierte eine Heuschnupfen-Allergie

Datum: 16.03.2018 / Ressort: Gesundheitstipps

Kribbeln in der Nase, Augenjucken und ständiges Niesen – viele Allergiker haben die Heuschnupfen-Symptome bereits in den ersten Wochen des Jahres. Die Allergie gegen den Blütenstaub von Bäumen, Kräutern und Gräsern tritt besonders im Frühling und im Sommer auf. Da aber die Pollen der Frühblüher Birke, Erle oder Hasel immer früher im Jahr zu fliegen beginnen, kämpfen manche Betroffene bereits zum Jahresanfang mit den lästigen Beschwerden.

Für die Erkennung einer Pollenallergie erfragt der Arzt zunächst die Beschwerden, die Lebensumstände und die Krankengeschichte. Dann kann mit dem Prick-Test festgestellt werden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert. Dabei werden Extrakte der möglichen Allergene auf die Haut am Unterarm aufgetragen und die Haut wird an diesen Stellen leicht eingeritzt. Mögliche Reaktionen sind Hinweise für Allergien auf spezifische Stoffe. Zusätzliche Tests können zusätzliche Klarheit bringen. Diese Tests werden in der Regel von Fachärzten für Allergologie angeboten, wozu insbesondere Haut-, HNO-, Lungen- und Kinderärzte gehören. Wer unter einer Pollenallergie leidet, kann möglicherweise auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren, denn das körpereigene Abwehrsystem reagiert in beiden Fällen auf im Grunde harmlose Eiweiße wie auf einen Krankheitserreger. Eine typische Kreuzallergie liegt zum Beispiel bei Birkenpollenallergikern vor, die beim Biss in einen frischen Apfel ein Kribbeln und Schwellungen im Mund- sowie Rachenraum spüren.

Nach der Diagnose durch den Facharzt ist eine konsequente Behandlung der Pollenallergie wichtig, denn aus Heuschnupfen kann sich im Laufe der Zeit ein allergisches Asthma entwickeln. Mehr als jedes dritte Kind mit Heuschnupfen ist von diesem sogenannten Etagenwechsel betroffen. Der Arzt berät den Patienten darum zu möglichen Therapien. Neben der Behandlung der Symptome durch Tabletten, Nasenspray und Augentropfen kann die Bekämpfung der Ursachen durch eine Hyposensibilisierung hilfreich sein. Dabei bekommt der Patient die jeweiligen Pollenallergene in allmählich steigender Dosierung über einen längeren Zeitraum zugeführt, um ihn so gegen den Allergieauslöser unempfindlich zu machen. „Bei 80 bis 90 Prozent der Patienten ist diese Therapie wirksam, sofern sie abgeschlossen wird. Die Wirkung hält danach mehrere Jahre an. Wird bei Kindern mit Pollenallergie früh genug mit der Hyposensibilisierung begonnen, sinkt das Risiko der Entstehung von Asthma“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass in Deutschland jeder vierte eine Heuschnupfen-Allergie hat. Zur Vorbeugung ist es wichtig, die bekannten Allergene weitgehend zu meiden, soweit dies möglich ist. Bei der Behandlung der Beschwerden kommen Medikamente wie Antihistaminika oder kortisonhaltige Mittel zum Einsatz. Durch eine Hyposensibilisierung kann bei vielen Betroffenen über einen längeren Zeitraum Beschwerdefreiheit oder zumindest eine Linderung der Beschwerden erreicht werden.