IGeL - sinnvolle Ergänzung zum GKV-Angebot?

Medizinischer Dienst der Krankenkassen warnt: Manche Zusatzleistungen können mehr schaden als nützen

Datum: 13.07.2021 / Ressort: Gesundheitstipps

Individuelle Gesundheitsleistungen, kurz IGeL, sind medizinische Zusatzangebote, die selbst bezahlt werden müssen. Laut Medizinischem Dienst der Krankenkassen (MDS) geben gesetzlich Versicherte dafür jährlich etwa eine Milliarde Euro aus. Ein lukrativer Markt, auf dem es schätzungsweise 1.500 Angebote gibt, für die Patientinnen und Patienten im Schnitt 74 Euro zahlen, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK errechnet hat. Es gibt sinnvolle IGeL, wie Reiseimpfungen gegen Cholera oder Typhus. Bei vielen Angeboten ist Skepsis angebracht, denn alles, was medizinisch notwendig ist, bezahlen die Krankenkassen. Der MDS warnt deshalb davor, dass gerade die eigenfinanzierte Diagnostik der Gesundheit mehr schaden als nützen kann. Denn falschpositive Ergebnisse bei Gesunden können schädliche invasive Behandlungen nach sich ziehen. Im Zweifel handelt es sich um unzureichend geprüfte, risikoreiche und nutzlose medizinische Leistungen. Von den drei am häufigsten angebotenen IGeL – der Augeninnendruckmessung zur Glaukom-Früherkennung, dem Ultraschall der Eierstöcke und dem Ultraschall der Brust zur Krebsfrüherkennung – raten sogar die Fachgesellschaften ab.

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.