In Würde gehen: Auch in einer Pandemie muss niemand allein sterben

AOK Baden-Württemberg unterstützt die spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Südwesten

Datum: 08.10.2021 / Ressort: Versorgung

Viele Menschen, die an einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung wie einem Krebsleiden oder einer neurologischen Erkrankung leiden, möchten gern in gewohnter Umgebung sein. Gerade wenn sie wissen, dass sie in absehbarer Zeit sterben werden. „Es geht dann unter anderem darum, sie ganzheitlich zu behandeln, Symptome zu lindern und Wünsche sowie Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer vertrauten Personen in den Mittelpunkt der Versorgung zu stellen“, sagt Jeanette Jahed von der AOK Baden-Württemberg. „Die Lebensqualität und Selbstbestimmung sollen weitestgehend erhalten, bestenfalls verbessert sowie ein menschenwürdiges Sterben in der Häuslichkeit ermöglicht werden.“ Als ergänzende Unterstützung leisten ambulante Hospizdienste Sterbebegleitung. Bei ihren Besuchen kommen sie den Menschen auf einer vertrauensvollen Basis sehr nahe, sodass ein ehrliches und offenes Gespräch ermöglicht wird, um einen eigenen Weg im Sterbeprozess finden zu können. „Wenn die Lebenszeit abläuft, geht jeder Mensch anders mit dieser Situation um. Da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt“, weiß Sabine Horn von der Ökumenischen Hospizinitiative im Landkreis Ludwigsburg. Seit 2010 gibt es die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), die von Krankenkassen, der Landesarbeitsgemeinschaft SAPV Baden-Württemberg und den derzeit knapp 40 SAPV-Teams im Land getragen wird, um schwerstkranken Patienten ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Durch einen Zusatzvertrag „Pädiatrische SAPV“, der mit der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) und Vertretern von Kliniken abgeschlossen wurde, wird mit fünf Teams die Versorgung schwerstkranker Kinder und Jugendlichen im Land gesichert. 2020 wurden insgesamt um die 7.000 Menschen, die bei der AOK BW versichert sind, versorgt. Hierfür stellte die AOK über 17,7 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir begrüßen, dass jetzt durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung die Hospiz- und Palliativversorgung in Netzwerken weiterentwickelt und die ambulante Kinderhospizarbeit gestärkt werden soll“, sagt Jahed.

Vielfältige Unterstützung:
Betroffene sowie Angehörige können sich online über palliativmedizinische und palliativpflegerische Versorgungsund Beratungsangebote sowie psychosoziale und spirituelle Unterstützung informieren. Dort finden sich Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Hospize, Kliniken mit palliativmedizinischer Versorgung, ambulante Hospizdienste, Pflegedienste mit palliativem Schwerpunkt, SAPV-Anbieter, AOK-Pflegeberaterinnen und -berater und Pflegestützpunkte, Selbsthilfekontaktstellen sowie Telefonseelsorge.
dhpv.de

aok.de/pk/bw/inhalt/palliativpflege-und-sterbebegleitung-4/


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