Infektionen im Krankenhaus vorbeugen

Forschungsprojekt gegen Multiresistente Erreger startet in Heidenheim

Datum: 14.05.2019 / Ressort: Versorgung, Krankenhaus

Seit April 2019 testet das Klinikum Heidenheim im Rahmen des Forschungsprojekts STAUfrei vor geplanten Operationen auf Multiresistente Erreger (MRE). Dabei handelt es sich um ein vom Innovationsfonds mit ca. 2,8 Millionen Euro gefördertes Forschungsprojekt, das im Landkreis Heidenheim durchgeführt und von der AOK Baden-Württemberg als größte Krankenkasse im Land als Partner unterstützt wird. Multiresistente Erreger gelten nach wie vor als große Herausforderung im Gesundheitswesen. Als sogenannter „Krankenhauskeim“ ist insbesondere der gegen das Antibiotikum Methicillin resistente MRSA bekannt. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Bekämpfung der Keime hinter den Vorzeigeländern aus Skandinavien und den Niederlanden. Allein bei der AOK Baden-Württemberg gab es im Jahr 2018 rund 3820 Fälle von MRSA-Infektionen. Die meisten dieser Keime kommen jedoch von außen in die Krankenhäuser.

 

Im Rahmen des Projekts werden Patienten, die zu einem geplanten Eingriff ins Klinikum Heidenheim gehen, daher bereits vor dem Eingriff von ihrem behandelnden Arzt auf einen bestimmten Bakterienstamm, den Staphylococcus aureus, getestet. Dieser Keim verursacht besonders nach operativen Eingriffen häufig Infektionen. Um Infektionen auch nach der Operation zu vermeiden, werden Patienten bei STAUfrei nach dem Krankenhausaufenthalt weiter betreut. Dazu erhalten sie bei Behandlungsbeginn einen Patientenpass, der allen an der Behandlung beteiligten Ärzten zeigt, wie der Behandlungsstatus des Patienten aussieht.

 

Die Laufzeit des Projekts beträgt insgesamt drei Jahre. Dabei werden die Effekte auf die Infektionsraten im Landkreis gemessen und ausgewertet, wie viele zusätzliche Kosten und welche Kosteneinsparungen dadurch entstehen. Ziel ist, dass sich die Anzahl der Übertragungen in der Klinik reduziert, und dass weniger Wundinfektionen auftreten. Basierend auf dieser Evaluation bewertet der Gemeinsame Bundesausschuss in Berlin dann, ob das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet werden soll.

 

Hintergrundinformationen zu STAUfrei:

STAUfrei ist ein sektorenübergreifendes Projekt. Da es sich um ein Forschungsprojekt handelt, sind neben Klinik und niedergelassenen Arztpraxen auch Universitäten beteiligt, um den Erfolg der Maßnahmen zu messen. Zudem unterstützen Krankenkassen, unter ihnen als größter Partner die AOK Baden-Württemberg, bzw. ihre Verbände das Projekt. Die Kliniken Heidenheim gGmbH sind Konsortialführer und koordinieren das gesamte Projekt.