Instrument für mehr Patientensicherheit

Transparenzkarte zeigt zugelassene Kliniken für risikoreiche Operationen

Datum: 15.03.2022 / Ressort: Krankenhaus

Die Transparenzkarte 2022 der AOK zeigt 117 Kliniken in Baden-Württemberg, die in diesem Jahr Mindestmengen-relevante Operationen mit besonders hohen Risiken für die Patientinnen und Patienten durchführen dürfen. Denn Studien haben gezeigt: Die durchschnittliche Behandlungsqualität und oft auch die Überlebensrate sinken bei bestimmten Operationen deutlich, wenn OP-Teams sie nicht häufig genug durchführen.Deshalb gelten aktuell für sieben plan- bare Behandlungen gesetzlich festgelegte Mindestmengen also eine Untergrenze für die Fallzahl, die Krankenhausstandorte pro Jahr erbringen müssen, um diese Behandlungen weiterhin durchführen zu dürfen. Die Regelungen zur Mindestmenge bei hochkomplexen Operationen führen zu mehr Patientensicherheit, da die Eingriffe nur von routinierten und sehr erfahrenen OP-Teams vorgenommen werden. Welche Klinikstandorte für welche Eingriffe eine Erlaubnis haben, zeigt die aktualisierte Mindestmengen-Transparenzkarte auf der Website des AOK-Bundesverbandes. Sie ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern einen detaillierten Überblick über die Klinikstandorte in Baden-Württemberg beziehungsweise ganz Deutschland sowie die Anzahl der behandelten Fälle je Indikation.

In Baden-Württemberg sind für das Jahr 2022 keine Kliniken mit zuvor bestehender Erlaubnis von Mindest- mengenrelevanten Leistungen ausgeschlossen worden. Aufgrund der Mindestmengen-Regelung haben sich jedoch insbesondere Klinikverbünde für eine Bündelung ihrer Leistungen an einem Standort entschieden und von sich aus Leistungen an anderen Standorten eingestellt. Seit 2019 müssen Krankenhäuser, die Mindestmengen-relevante Eingriffe durchführen wollen, jeweils bis Mitte des Jahres ihre aktuellen Fallzahlen der vergangenen anderthalb Jahre melden und eine Prognose für das Folgejahr abgeben. Die Landesverbände der Krankenkassen überprüfen diese Angaben und entscheiden jeweils, ob sie die Prognose der jeweiligen Klinik als plausibel akzeptieren und damit eine OP-Erlaubnis erteilen.

Diese Mindestmengen sind für nachfolgende Eingriffe nötig: Implantation von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stammzellen (25), komplexe OPs an Speiseröhre (10) und Bauchspeicheldrüse (10). die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm (14). Künftig gelten Mindestmengen auch für OPs bei Lungen- und Brustkrebs. Aus Sicht der AOK ist eine Ausweitung notwendig, etwa für OPs bei Darmkrebs, Herzklappen- oder Hüftprothesen-Implantationen.

Die Mindestmengen-Transparenzkarte 2022: aok-bv.de/engagement/mindestmengen

Dieser Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.