Keine Zunahme von Depressionen

Die AOK Baden-Württemberg unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen mit zwei Online-Trainingsprogrammen

Datum: 01.10.2018 / Ressort: Versorgung

15. Europäischer Depressionstag: Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Knapp vier Millionen Deutsche sind an Depressionen erkrankt. Im Jahr 2017 waren 465.382 Versicherte der AOK Baden-Württemberg wegen einer Depression in ambulanter oder stationärer Behandlung. Dies entspricht 10,72 Prozent aller Versicherten. Seit 2014 hat sich die Behandlungsprävalenz pro Jahr nicht verändert. Lediglich ein Drittel der in Deutschland Erkrankten erhält jedoch laut Angaben von EDD (European Depression Day) professionelle Hilfe. Dies liege vor allem an Unwissen, Vorurteilen und dem immer noch vorherrschenden Stigma psychischer Erkrankungen.

„Anzeichen für eine Depression sollten vom Hausarzt aktiv erfragt werden. Denn viele Patienten berichten von sich aus zunächst von eher unspezifischen körperlichen Beschwerden wie Schlaflosigkeit, Abgeschlagenheit, diffusen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen oder einem Druckgefühl in Hals und Brust. Der Arzt stellt dazu meist zwei Fragen: Hat sich der Betroffene im vergangenen Monat häufig niedergeschlagen, bedrückt, traurig oder gar hoffnungslos gefühlt? Und: Hatte er in dieser Zeit deutlich weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht? Ergeben sich aus den Antworten Hinweise auf eine Depression, folgen weitere Schritte zur Sicherung der Diagnose“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg.

Versicherte der AOK Baden-Württemberg, die an einer Depression erkrankt sind, können am FacharztProgramm Psychotherapie, Neurologie und Psychiatrie der AOK Baden-Württemberg teilnehmen. Dies ermöglicht eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnittene Behandlung. „Zu den Zielen der Behandlung gehört unter anderem, dass sich die Beschwerden der Depression verringern und sich die Krankheit zurückbildet, dass weitere depressive Episoden ebenso verhindert werden wie eine Selbsttötung und dass die Betroffenen wieder an ihrem beruflichen und sozialen Leben teilhaben“, so Knapstein.

Unterstützung erhalten Betroffene und ihre Angehörigen zusätzlich mit zwei Online-Trainingsprogrammen der AOK Baden-Württemberg. Sie können begleitend zum Einsatz kommen, aber eine Therapie nicht ersetzen. Das Online-Trainingsprogramm „MoodGym“ kann Menschen mit depressiven Beschwerden dabei unterstützen, an der Behandlung mitzuarbeiten.

Der „Familiencoach Depression“ unterstützt Angehörige, Partner, Freunde und andere Bezugspersonen von erkrankten Erwachsenen dabei, mit den typischen Beschwerden einer Depression bei den Erkrankten umzugehen.