Krankenstand im Südwesten auf konstantem Niveau

Die bei der AOK Baden-Württemberg versicherten Berufstätigen fehlten in 2019 durchschnittlich 18,7 Tage

Datum: 21.01.2020 / Kategorie: Wissenschaft / Statistiken / Studien / Zahlen

Stuttgart

Der Krankenstand im Südwesten ist nach aktuellen Zahlen der AOK Baden-Württemberg im Vergleich zu den beiden zurückliegenden Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau. Die AOK Baden-Württemberg verzeichnete 2019 im Schnitt pro Mitglied 18,7 Fehltage. Das sind 0,1 Tage mehr als 2018 und 0,4 Tage mehr als 2017. Der Krankenstand ist mit 5,1 Prozent im Vergleich zu 2018 unverändert. Während es bei den Atemwegserkrankungen einen Rückgang (minus 1,4 Prozent) der Fehltage gibt, lässt sich bei den Muskel- und Skeletterkrankungen (plus 0,4 Prozent) sowie bei den psychischen Erkrankungen (plus 0,5 Prozent) ein leichter Anstieg beobachten.

 

Wie die aktuellen Zahlen zeigen, sind bei Mitgliedern der AOK Baden-Württemberg insgesamt 3,49 Millionen Fälle von Arbeitsunfähigkeit und 37,25 Millionen Fehltage registriert worden. Die Erwerbspersonen in Baden-Württemberg waren 2019 durchschnittlich (1,8-mal) genauso oft krankgeschrieben als im Vorjahr. Für die krankheitsbedingten Fehltage sind nach wie vor besonders Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes (22,4 Prozent), Krankheiten des Atmungssystems (12,9 Prozent), psychische Störungen (11,8 Prozent) sowie Verletzungen (10,4 Prozent) verantwortlich.

 

Während die Zahlen für Verletzungen nahezu unverändert geblieben sind, belegt die aktuelle Auswertung bei den Atemwegserkrankungen einen Rückgang. Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage, die auf psychische Störungen zurückzuführen sind, ist in den letzten Jahren kontinuierlich leicht angestiegen.

 

„Die kontinuierliche Steigerung an psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern ist auch darauf zurück zu führen, dass sich die Arbeitswelt in den vergangenen Jahren massiv verändert hat. Beschleunigung, Informationsflut, Zunahme der Kopfarbeit, Arbeitsverdichtung – all das spielt ebenso wie beispielsweise die ständige Erreichbarkeit im Privaten eine Rolle“, erklärt Jutta Ommer-Hohl, Fachbereichsleiterin Gesundheitsförderung bei der AOK Baden-Württemberg. Hinzu komme die wachsende Bereitschaft Betroffener, ihre Probleme offen beim Arzt anzusprechen. „Auch die Ärzte selbst zeigen eine höhere Sensibilisierung für psychische Erkrankungen“, sagt Ommer-Hohl. „Bei Beschäftigten, die früher mit rein körperlichen Diagnosen krankgeschrieben waren, wird heute öfter eine psychische Erkrankung diagnostiziert.“

 

„Die gesundheitliche Vorsorge am Arbeitsplatz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Arbeitnehmer werden immer älter. Und durch den sich abzeichnenden Fachkräftemangel ist es für Unternehmen immer wichtiger, die Mitarbeiter möglichst lange gesund zu erhalten“, sagt die Gesundheitsexpertin. Die AOK Baden-Württemberg bietet den Firmen, die sich hier engagieren wollen, spezielle Instrumente der Krankenstands-Analyse. Mit deren Hilfe kann die AOK mögliche Krankheits- und Belastungsschwerpunkte ermitteln. Sie gibt damit den Unternehmen nach der Auswertung eine Grundlage, entsprechende Maßnahmen für gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu entwickeln.

 

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