Maßgebliche Rolle in der geriatrischen Rehabilitation

Die AOK Baden-Württemberg investiert gezielt mehr Geld in die qualifizierte Rehabilitation

Datum: 19.09.2018 / Ressort: Versorgung

Am 19. September 2018 findet im Geriatrischen Zentrum des Universitätsklinikums Tübingen der 27. Geriatrietag des Landes Baden-Württemberg statt. Auf dem Podium referiert Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, über das landesweite Geriatriekonzept.

Wir sprachen vorab mit Lena Weidinger, Referatsleiterin Rehabilitation und Teilhabe, über die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft, die Rolle der AOK Baden-Württemberg in Bezug auf die geriatrische Rehabilitation und die Chancen durch die Digitalisierung für diesen speziellen Bereich der Medizin.

Worin bestehen die größten Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft?

Lena Weidinger: "Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens und gleichzeitig sind die für Gesundheitsleistungen vorhandenen Ressourcen begrenzt. Für uns besteht daher die größte Herausforderung darin, dass wir unsere Versicherten frühzeitig erreichen und diesen Angebote machen können, die helfen, Krankheiten zu verhüten, abzuwenden oder deren Verschlimmerung zu verhindern. Um effizient mit den Ressourcen umzugehen, müssen Prävention, Akutmedizin, Rehabilitation und Pflege miteinander vernetzt werden und sinnvoll ineinandergreifen. Die AOK Baden-Württemberg denkt bei der Gestaltung von Versorgung an alle Versicherte – in jedem Alter – und entwickelt bedarfsorientierte Angebote und Strukturen. Ob bei der HZV-KinderReha, bei Beratung in schwierigen Lebenssituationen wie beispielsweise nach einer Krebsdiagnose oder bei der Geriatrischen Rehabilitation – überall finden sich hierzu tolle und bereits gelebte Beispiele."

Wie können diese Herausforderungen in der Geriatrie bewältigt werden?

Lena Weidinger: "Gemeinsam! Es braucht mehr Vernetzung im Gesundheitssystem, denn es braucht weniger Denken in Sektoren und mehr übergreifende Konzepte und Ansätze. Damit auch die künftigen, höheren Bedarfe abgedeckt werden können, braucht es nicht nur die Vermeidung von Stillstand, sondern eine sinnvolle Weiterentwicklung und Anpassung der Angebote. Die AOK Baden-Württemberg setzt dabei seit vielen Jahren auf die innovative Zusammenarbeit mit Vertragspartnern und der Wissenschaft „im Ländle“ und hat beispielsweise neben dem Konzept AOK-proReha Geriatrie, das unseren Versicherten eine medizinische Rehabilitation auf hohem Niveau garantiert, als einzige Krankenkasse ein eigenständiges Angebot für pflegende Angehörige."

Welche Rolle spielt die AOK Baden-Württemberg in Bezug auf die geriatrische Rehabilitation?

Lena Weidinger: "Die AOK Baden-Württemberg spielt in der geriatrischen Rehabilitation die maßgebliche Rolle. Wir stehen zum Geriatriekonzept in Baden-Württemberg als Versorgungskonzept, bekennen uns zur geriatrischen Rehabilitation und verfolgen das Ziel der Sicherung einer zukunfts- und leistungsfähigen Versorgung. Ein Lösungsweg, den die AOK Baden-Württemberg hierfür anbietet, ist das evidenzbasierte und leitlinienorientierte Behandlungskonzept AOK-proReha Geriatrie, welches in Zusammenarbeit zwischen der AOK Baden-Württemberg, Wissenschaft und der Praxis entwickelt wurde. Die AOK Baden-Württemberg investiert hier gezielt mehr Geld in die qualifizierte Rehabilitation auf Basis eines fairen leistungsorientierten Vergütungsmodells. Wir sind hier freiwillig unterwegs und gehen bewusst einen anderen Weg als alle anderen Krankenkassen, für derartige Projekte haben wir keinen gesetzlichen Auftrag, wir tun es trotzdem und tun es gern, denn so sichern wir nachhaltig und zukunftsfähig eine wichtige Versorgungsstruktur in Baden-Württemberg."

Welchen Stellenwert nimmt die Digitalisierung innerhalb der Geriatrie ein?

Lena Weidinger: "Die Digitalisierung von einzelnen Arbeitsschritten unterstützt uns heute bereits in der Kommunikation mit Rehabilitationskliniken und dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Durch elektronische Datenübermittlungen werden Informationen praktisch ohne Zeitverzug ausgetauscht und auch Bürokratie reduziert. Die dadurch gewonnene Zeit investieren wir sinnvoll in die Beratung und Betreuung unserer Versicherten."