Medizin nach Maß

Immer mehr Patienten werden mit individuell abgestimmten Therapien behandelt. Die Folge sind höhere Heilungschancen und weniger Nebenwirkungen

Datum: 04.03.2021 / Ressort: Versorgung

Die personalisierte Medizin hat einen Paradigmenwechsel eingeleitet. Im klinischen Alltag geht es nicht mehr darum, jede Patientin und jeden Patienten mit der gleichen Diagnostik und Therapie für eine bestimmte Erkrankung zu behandeln. Im Mittelpunkt steht vielmehr, wie auf die individuellen Gegebenheiten und insbesondere auf die genetischen Prädispositionen eingegangen werden kann. Jeder soll dabei die passende Therapie zum bestmöglichen Zeitpunkt und mit der optimalen Dosierung erhalten.

In der personalisierten Medizin ist die Therapie „tailormade“, also auf den Einzelfall zugeschnitten. Die Folge sind höhere Heilungschancen und weniger Nebenwirkungen. Ihren Ursprung hat die personalisierte Medizin in der Onkologie. „Tumore haben, genetisch betrachtet, häufig sehr unterschiedliche Ursachen. Daher sind unterschiedliche Therapieansätze notwendig“, sagt Professor Nisar Malek. Der Ärztliche Direktor der Abteilung für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten des Universitätsklinikums Tübingen leitet auch das Zentrum für Personalisierte Medizin (ZPM), ein Zusammenschluss der Universitäten Tübingen, Freiburg, Heidelberg und Ulm. Malek ergänzt: „Die Prinzipien der personalisierten Medizin werden bei immer mehr Krankheitsbildern angewandt, beispielsweise bei immunologisch bedingten Erkrankungen wie Rheuma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.“

In Tübingen wurden sogenannte molekulare Tumorboards etabliert: In den interdisziplinären Meetings besprechen Expertinnen und Experten aus Molekularbiologie, Humangenetik und Bioinformatik spezifische Therapien für einzelne Patienten. Etwa auf Basis des genetischen Tumorprofils. Das bedeutet neue therapeutische Möglichkeiten für die Patienten, bei denen früher die Therapie ausgereizt war.

Dieser Text ist nachzulesen im Agenda Gesundheit Magazin Ausgabe 01/2021.