Mehr als 90.000 Demenzkranke – Tendenz steigend

Online-Pflegekurse bieten Angehörigen wichtige Unterstützung

Datum: 21.09.2018 / Ressort: Versorgung

Zum 24. Mal ist am 21. September 2018 der Welt-Alzheimer-Tag. In einer stetig älter werdenden Gesellschaft spielt diese Erkrankung eine immer größere Rolle. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland etwa 200.000 Menschen neu an einer Demenz. Rund zwei Drittel der Demenzen entfallen auf die Alzheimerkrankheit. In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2016 insgesamt 91.840 Versicherte der AOK Baden-Württemberg (58.726 Frauen, 33.114 Männer) aufgrund einer Demenzerkrankung stationär oder ambulant behandelt.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Zahl der Menschen, die von Demenz betroffen sind, in den nächsten Jahren weiterwachsen wird, da die Gruppe der über 80-Jährigen, die am schnellsten wachsende Gruppe unserer Gesellschaft ist. Schon heute gehören Demenzen zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Und ihr Vorkommen nimmt mit steigenden Lebensjahren stark zu.

„Demenz wird als Oberbegriff für unterschiedliche Krankheiten verwendet, von denen die bekannteste und häufigste Alzheimer ist. Man spricht dann von einer Demenz, wenn der Betroffene seit mindestens sechs Monaten unter einer Gedächtnisstörung kombiniert mit der Beeinträchtigung mindestens einer weiteren Hirnleistung leidet, die zu deutlichen Störungen im Alltagsleben führt“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. Außer dem Gedächtnis könnten auch Denken, Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen beeinträchtigt sein. Oft würden diese Einschränkungen von Persönlichkeits- und Verhaltens-Veränderungen begleitet.

Für eine optimale Versorgung ist es wichtig, dass Hausarzt und Facharzt gut vernetzt sind. Dafür schafft die AOK Baden-Württemberg mit dem FacharztProgramm die Rahmenbedingungen. Unterstützung bietet zudem der Soziale Dienst der AOK. 60 von 100 Demenzkranken werden in Privathaushalten von Familienmitgliedern versorgt. Das bedeutet, dass fast jeder zweite Pflegebedürftige, der von Angehörigen zu Hause betreut wird, dement ist. Häufig sind es Frauen, die etwa sechs bis zehn Stunden täglich für die Pflege des betroffenen Angehörigen aufwenden. „Die kognitiven Einschränkungen des Betroffenen, aber auch Symptome wie Wahn, Schlafstörungen und Aggressivität, die im Zusammenhang mit einer Demenz auftreten können, belasten viele Pflegende und schränken deren Lebensqualität stark ein“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein.

Um pflegende Angehörige zu unterstützen, bietet die AOK Baden-Württemberg Pflegeberatung und Pflegekurse an. Weil nicht jeder die Möglichkeit hat, vor Ort an solchen Kursen teilzunehmen, gibt es inzwischen auch Online-Pflegekurse der AOK.