Notfallversorgung

Zuallererst Frage der Qualität, nicht des Geldes

Datum: 18.05.2018 / Ressort: Krankenhaus

Wer in Deutschland als Notfall in ein Krankenhaus eingeliefert wird, hat das Recht, bestmöglich versorgt zu werden. Je nach Art des Notfalles soll die stationäre Versorgung der Patienten deshalb zukünftig in Krankenhäusern der verschiedenen Notfallstufen stattfinden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat kürzlich ein Konzept vorgelegt, das entsprechende Qualitätsmerkmale festlegt.

Mit dem Notfallstufenkonzept hat der G-BA den gesetzlichen Auftrag aus dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) vom 01.01.2016 umgesetzt, ein System von Notfallstrukturen, einschließlich einer Stufe für die Nichtteilnahme an der Notfallversorgung festzulegen. Je nach Einordnung in die Stufen bekommen die Krankenhäuser Zuschläge oder im Fall der Nichtteilnahme an der Notfallversorgung Abschläge. Damit werden die an den jeweiligen Stufen orientierten Aufwendungen für die Notfallversorgung zielgerichtet finanziert.

Die konkrete Ausgestaltung legen GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in einer Vereinbarung auf Bundesebene fest. Die Beratungen zur Ausgestaltung von Vergütungszu- und -abschlägen haben gerade erst begonnen. Von den Abgeordneten ein Gesetz für die Verhinderung von Abschlägen für die Krankenhäuser einzufordern, die zukünftig nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, wie es die DKG aktuell tut, ist unseriös.

Es ist im Interesse der Patienten, wenn sie darauf vertrauen können, im Notfall in einem Krankenhaus versorgt zu werden, das dafür personell und apparativ gut ausgestattet ist und dafür auch die nötige Vergütung erhält.

Bisher gab es keine Notfallstufen. Die Krankenhäuser haben selbst entschieden, ob sie an der Notfallversorgung teilnehmen oder nicht, auch, ob sie sich kurzfristig von der Notfallversorgung abmelden. Die Aufwendungen für die Notfallversorgung der Patienten war in den Fallpauschalen abgebildet.