Serie Stress: Berufseinstieg: „Was will mir dieses junge Ding über das Leben sagen?“

Datum: 29.03.2018 / Ressort: Versorgung

Simone Maier begann 2013 ihre Ausbildung als Bankkauffrau bei der BW Bank. Heute betreut sie in der Filiale Bad Cannstatt 17.000 Privatkunden – und stemmt nebenbei ihre Weiterbildung zur Bankfachwirtin. Für Privates und Familie bleibt da wenig Zeit. Und dennoch hat sie für sich ihre Balance gefunden.

Frau Maier, Sie betreuen 17.000 Kunden. Das macht rein rechnerisch pro Arbeitstag rund 250 Kunden. Wie kriegen Sie das hin?

Simone Maier: "Im Jahr führe ich mehrere hundert persönliche Gespräche, die, um jedem Einzelfall gerecht zu werden, vorbereitet und nachbereitet werden wollen. Und nicht alle sind erfreulich, weil es hin und wieder auch um Existenzen geht. Der eine oder andere Kunde wird da auch schon einmal sehr emotional mir gegenüber."

Wie gehen Sie als junger Mensch damit um?

S.M.: "Ich habe gelernt, mich in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Deshalb nehme ich emotionale Ausbrüche der Kunden heute vor allem als Hilfeschrei wahr. Und ich versuche zu helfen, so weit es meine Richtlinien zulassen. Andererseits fällt es mir schwerer, ältere Menschen – zum Beispiel im Alter meines Vaters – zu beraten, weil ich mir vorstelle, was mein Vater dazu sagen würde."

Nämlich?

S.M.: "Was will mir dieses junge Ding denn über das Leben sagen? (lacht) Das sind Zweifel, mit denen ich mit Unterstützung meines Teamleiters nach und nach umzugehen lerne."

Dennoch: Ihre Eltern scheinen für Sie wichtige Bezugspunkte zu sein.

S.M.: "Definitiv. Ich telefoniere zwei Mal pro Woche mit meiner Mutter und meinem Vater, was mir sehr gut tut."

Und die restlichen fünf Tage der Woche?

S.M.: "Samstags absolviere ich von acht Uhr bis 15 Uhr meine Weiterbildung zur Bankfachwirtin und lerne unter der Woche regelmäßig am Abend."

Mitunter schwierige Kundengespräche, Weiterbildung am Wochenende, Lernen unter der Woche. Bleibt da noch Zeit für Entspannung und Regeneration?

S.M.: "Ich treffe mich, so oft es geht, abends mit Freunden im Restaurant oder in einer Bar – und versuche dabei, nicht über die Arbeit zu reden. Diese Termine plane ich übrigens ganz strategisch, um gar nicht in die Versuchung zu kommen, abends auf dem Sofa abzuhängen." (lacht)

Frau Maier, vielen Dank für dieses Gespräch. Und weiterhin viel Erfolg bei der Beratung Ihrer Kunden und Ihrer Weiterbildung.


Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de