Serie Stress: Geschäftsführer und Bundesliga-Trainer: „Auch mein Tag hat nur 24 Stunden.“

Datum: 23.03.2018 / Ressort: Versorgung

Jürgen Schweikardt kennt Stress und Druck seit Jahren. Während seiner Zeit als aktiver Spieler war er ein erfolgreicher Handballer – unter anderem beim TVB 1898 Stuttgart. Seine ganze Leidenschaft gehört dem Verein auch nach dem Abschluss seiner Profi-Laufbahn. Heute ist er Geschäftsführer des Bundesligisten - und aktuell auch Trainer der Profimannschaft.

Was sind Ihre persönlichen Stresstreiber?

Jürgen Schweikardt: "Meine Tätigkeit als TVB-Geschäftsführer ist definitiv sehr vielseitig: die zweigleisige Planung der neuen Saison, Presse-, Sponsoren und Verbandstermine, ein eng getakteter Spiel-terminplan mit meist stundenlangen Fahrten zu den Auswärtsspielen und natürlich eine Vielzahl an internen Abstimmungsgespräche halten mich immer auf Trapp. Mitte Februar habe ich zudem interimsweise den Trainerposten beim TVB übernommen. Jetzt heißt es außerdem, die Trainingseinheiten mit meinem Co-Trainer zu planen und durchzuführen und unsere Mannschaft auf den jeweils nächsten Gegner einzustellen."

Was tun Sie dagegen?

J.S.: "Meine Tätigkeit ist sicherlich kein gewöhnlicher Job, sondern eine Aufgabe, die ich mit viel Herzblut ausübe. Dennoch kann ich mich nicht verreißen und auch mein Tag hat nur 24 Stunden. Ich versuche, locker zu bleiben und die richtigen Prioritäten zu setzen. Dazu gehört auch, dass ich Aufgaben an meine Mitarbeiter weitergebe und mich auf mein Team um mich herum verlasse. Mir hilft es, wenn ich immer wieder bewusst auf die bereits erreichten Zwischenziele zurückblicke. Zwischendurch werde ich auch regelmäßig selbst sportlich aktiv und freue mich, bei meiner Familie und Freunden zu sein, um so dem Kopf auch mal eine Auszeit zu gönnen."

Welche Auswirkungen hat Stress auf Ihr Privatleben?

J.S.: "Handball ist mein Leben und der TVB mein Heimatverein. Sicherlich kommt es mir sehr entgegen, das mein Beruf gleichzeitig mein Hobby ist. Das hilft schon mal sehr. Dennoch müssen in der aktuellen Situation andere Themen etwas zurückgefahren oder zurückgestellt werden. Wichtig ist, dass ich aber immer weiß, was mir persönlich guttut und diese Dinge nicht vernachlässige. Dazu zählt neben meiner Familie, eine gesunde Ernährung, aktiver Sport, ausreichend Schlaf und das bewusste Leben im Hier und Jetzt."

Wie sind Sie zu Ihren Stressbewältigungsstrategien gekommen?

J.S.: "Da ich seit einiger Zeit im Sport tätig bin und früher selbst in der 2. Bundesliga gespielt habe, bin ich es seit vielen Jahren gewohnt, quasi ständig unter besonderem Erfolgsdruck zu stehen. Im Laufe der Zeit wird man von verschiedenen Seiten immer mehr dafür sensibilisiert, was Körper, Geist und Seele benötigen, um leistungsfähig zu sein. Darin liegt aber auch eine gewisse Gefahr, dass sich manches unbewusst verselbständigt. Ich reflektiere mich deswegen immer wieder und frage mich, ob ich noch in der richtigen Spur bin."


Jürgen Schweikardt ist Geschäftsführer beim Handball-Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart. Seit Mitte Februar betreut er zudem die Mannschaft als Interimstrainer.

 

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de