Serie Stress: Was ist eigentlich Stress im Körper – physikalisch betrachtet?

Datum: 21.03.2018 / Ressort: Versorgung

„Stress entsteht, wenn wir Reizen ausgesetzt sind, die der Körper als unangenehm empfindet, beispielsweise Lärm, Hitze, Kälte, einer Verletzung oder auch Ängsten. Wir fühlen uns meist in Situationen gestresst, in denen wir am liebsten davonlaufen oder in denen wir gerne „in den Angriff“ übergehen würden. Dabei unterscheidet der Körper nicht zwischen positivem und negativem Stress“, erklärt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg. „Er schüttet Stresshormone aus, die zu folgenden körperlichen Reaktionen führen: der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an, die Pupillen weiten sich“, so Knapstein. Herabgesetzt würden hingegen die Verdauungstätigkeit, die Immunabwehr und die Tätigkeit der Geschlechtsorgane, was zu Erkrankungen führen könne.

„Dieses ‚Stress-Programm‘ im Körper läuft automatisch ab und hat das Überleben der Menschen über Generationen seit der Urzeit gesichert. Denn so kann der Körper höchst effizient und in kürzester Zeit ein hohes Maß an Energie zur Verfügung stellen – wir werden wacher, aufmerksamer und unsere Reaktionsgeschwindigkeit ist deutlich erhöht. Das war lange Zeit entscheidend für den Erfolg bei einer Flucht oder einem Kampf“, erklärt Knapstein.

Stress sei daher eine ganz natürliche – und im Grunde auch sinnvolle – Reaktion. Früher wurde die Anspannung durch Bewegung (Flucht oder Kampf) abgebaut. Auch heute sei Stress nicht per se schlecht. „Wenn aber die Stresssituation dauerhaft besteht, der gesunde Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung ausbleibt, dann bleibt der Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft – damit wird Stress dann zum Risikofaktor beispielsweise für Herz-Kreislauferkrankungen“, führt Knapstein aus. Dauerstress könne daher beispielsweise folgende Erkrankungen auslösen: Rückenschmerzen und andere muskuläre Verspannungen; häufige Erkältungen durch eine Schwächung des Immunsystems; Kopfschmerzen, Migräne und Tinnitus; Magen- und Darmgeschwüre, gestörte Fortpflanzung und sexuelle Unlust; Alkohol-und Drogenmissbrauch bis hin zu psychische Erkrankungen wie Panikattacken und Depressionen.
„Ob Stress als positiv oder negativ erlebt wird und ob überhaupt Stress erlebt wird, hängt von unseren subjektiven Einschätzungen ab. Eine positive Grundeinstellung kann helfen, Fehlbelastungen vorzubeugen oder sie zu mindern“, erklärt Knapstein.

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de