Stress ist nicht gleich Stress

Datum: 14.03.2018 / Ressort: Gesundheitstipps

Stress scheint in der Gesellschaft allgegenwärtig. Die Mehrheit klagt über einen mehr oder weniger stressigen Alltag. Doch Stress ist nicht gleich Stress und jeder nimmt belastende Situationen unterschiedlich wahr. So läuft der eine unter gelegentlichem Termindruck zu Höchstformen auf, während der nächste sich die Nacht um die Ohren schlägt und unausgeschlafen nur einen Bruchteil seines normalen Pensums erfüllt. „Positiver Stress motiviert und treibt uns an. Aus den Fugen gerät unser System dagegen, wenn wir längere Zeit über unsere Verhältnisse leben, d.h. unsere psychischen Ressourcen erschöpft sind“, erklärt Prof. Martin Bohus vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim. „Wenn uns der Alltag über den Kopf wächst und wir uns erschöpft, kraft- und mutlos fühlen, wenn der negativ erlebte Stress überhandnimmt. Wenn wir aus den Augen verloren haben, was unserem Leben Sinn und Bedeutung verleiht. Dann kommen wir aus dem Gleichgewicht. Die Folgen dieser Dis-Balance sind vielschichtig: das Spektrum reicht von körperlichen Symptomen wie Schlafstörungen, Verspannungen oder Verdauungsstörungen über unterschiedlich ausgeprägte Erschöpfungszustände bis hin zu behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankungen,“ so Bohus.

Von Risikofaktoren zu Schutzfaktoren

Was aber macht gesunde und stabile Menschen aus? Warum verkraften manche das Auf und Ab ihres Lebens besser als andere, gehen vielleicht sogar gestärkt aus Krisen und Rückschlägen hervor? „Die Menschen unterscheiden sich erheblich in ihrer Widerstandsfähigkeit. Die gute Nachricht ist, dass man viel dazu beitragen kann, diese zu erhöhen, indem man sich selbst und dem eigenen Leben achtsamer begegnet “, so Bohus. Es gehe außerdem darum, die psychosozialen Schutzfaktoren zu stärken: Unangenehme Emotionen und Ereignisse akzeptieren zu lernen, sich von negativen Gedankenmustern zu distanzieren („megakognitive Kompetenz“), die Selbstachtung zu stärken, Problemlösekompetenz zu erwerben und die soziale Einbindung zu verbessern. Unterstützen können dabei zum Beispiel autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga.

 

 

Über die Anzeichen von Stress und wie man den Auswirkungen auf die Gesundheit präventiv entgegenwirken kann, dazu findet ein anregender Talk im Theaterhaus Stuttgart statt. Die beiden Musiker Judith Holofernes und Heinz Rudolf Kunze sowie der wissenschaftliche Experte Professor Martin Bohus diskutieren gemeinsam über Methoden zum Abschalten. Ein Abend der durch die Live-Auftritte der beiden Songwriter alles andere als stressig wird, sondern viele Anregungen zum Umdenken liefert und zugleich einen spannenden Einblick in das Künstlerleben von Holofernes und Kunze gibt.

 

Termin: 17. April 2018 um 19.30 Uhr im Theaterhaus Stuttgart, Siemensstraße 11, Stuttgart

Weitere Informationen und Tickets unter: www.Sprechstunde-im-Theaterhaus.de