Süß und Sauer: Weshalb wir Menschen Halloween lieben

Datum: 30.10.2018 / Ressort: Versorgung

Was ist eigentlich Gruseln – physiologisch betrachtet?

Gelegenheiten wie Halloween ermöglichen es uns Menschen, uns sozusagen im geschützten Raum Gefahren auszusetzen. Rational wissen wir, dass von den gruseligen Gestalten an Halloween oder den Monstern in einer Geisterbahn keine wirkliche Gefahr ausgeht. Trotzdem spult unser Körper die gewohnten Reaktionen ab: Er schüttet zunächst Stresshormone aus und - für die Freude am Nervenkitzel besonders wichtig – nach der überstandenen Gefahr zur Belohnung Glückshormone. Möglich ist das, weil die Hinregionen, die für die Ausschüttung dieser Hormone zuständig sind, nicht zwischen simulierter und realer Gefahr unterscheiden können. Von dieser Ambivalenz zwischen rationalem Verstehen und instinktiven Reaktionen lebt der ‚Nervenkitzel‘, den wir empfinden.


Was passiert im Körper, wenn wir z.B. von einer gruseligen Gestalt erschreckt werden?

Der Körper startet ein automatisches ‚Stressprogramm‘, das uns Menschen seit der Urzeit das Überleben gesichert hat. Unser Körper stellt uns höchst effizient und in kürzester Zeit ein hohes Maß an Energie zur Verfügung. Wir werden wacher, aufmerksamer und unsere Reaktionsgeschwindigkeit ist deutlich erhöht.

Unser Körper schüttet Stresshormone dazu aus, die zu verschiedenen körperlichen Reaktionen führen. Dazu gehören, dass der Herzschlag sich beschleunigt, der Blutdruck steigt, die Atmung sich beschleunigt, die Muskeln sich anspannen und die Pupillen sich weiten. Ziel dieser unbewussten Handlung unseres Körpers ist es, sich auf die Alternativen Kampf oder Flucht vorzubereiten.


Das war’s schon?

Nicht ganz! Denn nach dem ganzen Stress belohnt uns unser Körper mit der Ausschüttung von Endorphinen, also Glückshormonen. Die sorgen dafür, dass wir uns auch eine ganze Weile nach dem Gruseln noch euphorisiert fühlen. Aber Endorphine können noch mehr: Sie lindern Schmerzen, lassen uns besser schlafen, machen uns sexuell aktiver, dämpfen den Hunger, stärken das Immunsystem und – auch wenn das paradox klingen mag – sie beugen Stress vor.