TSVG: Zentralismus darf kein Maßstab sein

Versichertenbefragung bestätigt: Regionale Versorgungsstrukturen garantieren Qualität

Datum: 14.03.2019 / Kategorie: Gesundheitspolitik

Stuttgart

Anlässlich der Verabschiedung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) durch den Deutschen Bundestag am heutigen Donnerstag (14.03.2019) äußert sich Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. „Abzulehnen sind insbesondere die erneuten zentralistischen Tendenzen, die dieses Gesetz kennzeichnen.“ Dies gehe in eine vollkommen falsche Richtung und laufe den Interessen der Versicherten zuwider. „Regionale Gestaltungsbereitschaft und -kompetenz führen zu einer besseren gesundheitlichen Versorgung der Versicherten.“ Denn in den Regionen kennen die unmittelbar Beteiligten die Bedürfnisse der Patienten am besten. Dies zeige beispielsweise für den Hilfsmittelbereich eine aktuelle Befragung von Versicherten der AOK Baden-Württemberg, die mit Inkontinenzartikeln wie Vorlagen und Inkontinenzhosen versorgt werden. Demnach zeigten 80 Prozent eine hohe Zufriedenheit mit der Qualität der Produkte.

 

„Diese große Zufriedenheit ist Ausdruck der regionalen und qualitätsorientierten Verträge, die die AOK Baden-Württemberg unter anderem mit vielen Apotheken und Sanitätshäusern im ganzen Land geschlossen hat“, so Hermann. Weil man als größte und tief im Land verwurzelte Kasse die Gegebenheiten vor Ort so gut kenne, könne man eben Verträge mit rund 1.600 Anbietern in der Fläche abschließen, die vertrauensvoll und im Interesse der Versicherten Tag für Tag mit Leben gefüllt würden. Und diese Möglichkeit nutze man auch, weil man wisse, wie wichtig dies den Menschen vor allem auch in ländlichen Regionen ist. „Bei der Wahl des Anbieters ist Wohnortnähe für die Befragten mit weitem Abstand der wichtigste Aspekt, gefolgt von der Empfehlung des Arztes“, so Hermann. Mit steigendem Alter bewerteten die Befragten die Wohnortnähe sogar noch höher.

 

Die regionale Nähe zu den Vertragspartnern sei auch aus einem weiteren Grund wichtig. „Wo es seitens der Leistungserbringer Verbesserungspotenziale gibt, ist die AOK Baden-Württemberg – auch räumlich – ganz nah dran, um im Interesse ihrer Versicherten steuernd einzugreifen“, so Hermann. Die Befragung habe gezeigt, dass nur 68 Prozent die vertraglich zugesicherte Beratung der Versicherten bekommen hätten. „Und gerade diese Beratung ist ein Schlüssel zu qualitativ hochwertiger und individueller Versorgung“, so Hermann. „Das werden wir mit unseren Vertragspartnern sicher thematisieren.“ Denn auch die Folgen dieser fehlenden Beratung seien in den Ergebnissen abzulesen: 23 Prozent der Befragten gäben an, nach ihrem Empfinden zu wenig Inkontinenzprodukte zu erhalten. Ebenso viele Befragte sagten, eine private Aufzahlung zu leisten. Und 40 Prozent derjenigen, die aufzahlten, hätten als Grund genannt, dass andernfalls die Menge der Produkte nicht ausreichen würde.

 

Hinweis an die Redaktionen:

Im Auftrag der AOK Baden-Württemberg befragte das Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) insgesamt 622 Versicherte im ambulanten Bereich, die aufsaugende Inkontinenzprodukte nutzen.

 

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