Volkskrankheit Nummer eins

Jeder vierte Versicherte der AOK Baden-Württemberg begab sich 2016 aufgrund eines Rückenleidens in ärztliche Behandlung.

Datum: 15.03.2018 / Ressort: Gesundheitstipps, Versorgung

Laut Robert Koch-Institut haben rund 85 von 100 Menschen mindestens einmal im Verlauf ihres Lebens Rückenschmerzen. Es gibt zwei Lebensabschnitte, in denen besonders viele Menschen über Rückenschmerzen klagen – das sind zum einen die Mitte 50 bis Mitte 60-Jährigen und zum anderen die Altersgruppe kurz vor dem 80. Geburtstag. Aber die Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys des Robert Koch-Instituts zeigen, dass auch knapp jedes zweite Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren von Rückenschmerzen berichtet. Jungen sind etwas seltener betroffen. Bei 8 von 10 Patienten mit Rückenschmerzen lässt sich keine eindeutige Ursache für die Schmerzen finden. Mediziner sprechen dann von unspezifischem Rückenschmerz.

Rückenschmerzen sind also weiterhin die Volkskrankheit Nummer eins – auch in Baden-Württemberg. Laut einer Auswertung unter den bei der AOK Baden-Württemberg Versicherten steigt die Zahl der Betroffen seit 2012 jedes Jahr um 1,7 Prozent. Jeder Vierte (25,56 Prozent) begab sich 2016 aufgrund eines Rückenleidens in ärztliche Behandlung. „Für diese Patienten ist mehr Bewegung und Entspannung meist die beste Medizin. Muskeln und Bandscheiben werden durch Bewegung gestärkt, die Durchblutung angekurbelt. Entspannung wirkt sich positiv auf muskuläre Verspannungen aus“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

„Bandscheiben funktionieren wie ein Schwamm. Im Liegen und bei rhythmischen Bewegungen wie zum Beispiel Laufen oder Gehen saugt sich ihr Kern mit Nährflüssigkeit voll. Im Stehen oder Sitzen werden die Bandscheiben hingegen förmlich ausgetrocknet“, so die AOK-Expertin. Ist der Rückenschmerz akut, hilft Wärme. Wichtig ist, dass der Patient schnell wieder in Bewegung kommt, um so an der Ursache des Schmerzes ansetzen zu können. Daher kann es sinnvoll sein, für maximal zwei Wochen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einzunehmen, um den Teufelskreis aus Schmerzen und Schonung zu durchbrechen.

Um die Volkskrankheit Nummer eins, Rückenschmerzen, und andere orthopädische Probleme patientenfreundlich behandeln zu können, gibt es das orthopädische FacharztProgramm von AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und den Berufsverbänden BVOU und BNC. Es garantiert eine schnelle Terminvergabe und ausreichend Zeit für Beratung. Statt voreiliger Apparatemedizin ermöglicht das Programm eine ursachenorientierte Behandlung von orthopädischen Krankheiten und – im Zusammenspiel von Haus- und Facharzt – eine ganzheitliche medizinische Betreuung.

Das Vergütungssystem für die Ärzte ist in diesem Programm so gestaltet, dass sich der teilnehmende Facharzt ausreichend Zeit für das intensive Gespräch und die sorgfältige körperliche Untersuchung nehmen kann. Anstatt wie in der Regelversorgung oft bis zu drei Monate auf ein Erstgespräch warten zu müssen, bekommen Patienten nach der Überweisung durch den Hausarzt innerhalb von maximal 14 Tagen einen Termin beim Orthopäden oder Chirurgen, im Notfall sogar am selben Tag. Denn die teilnehmenden Fachärzte haben sich vertraglich zur zügigen Terminvergabe und auch zu Abendsprechstunden für berufstätige Patienten verpflichtet.

Patienten, die im AOK-FacharztProgramm Orthopädie eingeschrieben sind, werden bei Bedarf vom AOK-Präventionsberater individuell zu den AOK-Gesundheitsangeboten beraten. Speziell auf Rückenschmerz-Patienten zugeschnitten ist das „AOK-RückenKonzept“, ein wissenschaftlich validiertes Rückentraining an Geräten.