Was muss der neue Bundesgesundheitsminister als erstes angehen?

Das erwarten Partner der AOK Baden-Württemberg von Karl Lauterbach

Datum: 14.12.2021 / Ressort: Versorgung

Jens Spahn hinterlässt eine gemischte Bilanz. Für Prof. Karl Lauterbach und die Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen im Bundesgesundheitsministeriums (BMG) wird es nicht einfach, an die umfangreichen Gesetzesinitiativen des Vorgängers anzuknüpfen. Die AOK Baden-Württemberg hat bei einigen Partnern nachgefragt - hier sind die Erwartungen an die neue BMG-Spitze:

Dr. Berthold Dietsche, Vorsitzender Hausärzteverband Baden-Württemberg:
Erfolgsmodell ausbauen

„Um auch in Zukunft die Gesundheitsversorgung zu sichern, muss die Attraktivität der hausärztlichen Tätigkeit gesteigert werden. Hierfür muss die Politik die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV), die von der Hausärzteschaft und den Krankenkassen gestaltet wird und ein Erfolgsmodell für Ärzte und Patienten ist, aktiv fördern und ausbauen."

Dr. Johannes Fechner, Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg:
Den Austausch suchen

„Der neue Minister sollte zuerst den Austausch mit uns suchen. Wir brauchen keinen Aktionismus. Gesundheitspolitik ist langfristig angelegt, daher raten wir zu einer überlegten und abgestimmten Vorgehensweise. Alle Maßnahmen müssen darauf ausgerichtet sein, dem Nachwuchsmangel bei Ärzten und Pflegeberufen zu begegnen."

Dr. Annette Noller, Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg:
Pflege nachhaltig finanzieren

„Wir brauchen eine umfassende Pflegereform. Es gilt, die Pflege nachhaltig zu finanzieren und als Arbeitsfeld attraktiv zu machen. Und wenn die Eigenanteile begrenzt werden, ist Pflegebedürftigkeit auch kein Armutsrisiko mehr. Gute Bedingungen schafft dabei eine Personalbemessung, die den Bedarf deckt und gegenfinanziert wird."

Angelika Moser, Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbands Württemberg:
Grund-Reha für Sehbehinderte

„Unser Verband fordert die Einführung einer Grund-Reha für Menschen mit Sehverlust. Schulungen in Orientierung und Mobilität sowie in lebenspraktischen Fähigkeiten müssen von den Kostenträgern anerkannt und den Betroffenen, abgesehen von gesetzlichen Zuzahlungen, ohne Eigenanteil zugänglich gemacht werden."

Dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht im #AgendaGesundheit Magazin. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war Prof. Karl Lauterbach noch nicht als Bundesgesundheitsminister im Amt. Den Link zur aktuellen Ausgabe finden Sie im Anhang dieser Seite.