Weniger Pillen mit höherem Risiko in Baden-Württemberg

Empfängnisverhütung: Ärzte verordnen weniger risikoreiche Pillen

Datum: 15.08.2018 / Ressort: Arzneimittel

Die Verordnung von risikoreicheren Verhütungs-Pillen für junge Frauen bis 20 Jahren ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der GKV-Verordnungsdaten durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO). Der Anteil der kombinierten oralen Kontrazeptiva mit einem höheren Risiko für Thrombosen und Embolien lag in Baden-Württemberg 2017 bei 56,0 Prozent, während es 2012 noch bei 68,2 Prozent war. Bundesweit fiel der Verordnungsanteil der risikoreicheren Pillen im selben Zeitraum von 67,1 Prozent auf 55,5 Prozent.

Seit 2014 empfiehlt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), dass Ärzte besonders jungen Frauen, die das erste Mal die Pille einnehmen, Präparate mit einem geringeren Risiko für die Bildung von Thrombosen und Embolien verschreiben sollen. Die Wirkstoffkombinationen der risikoreicheren Antibabypillen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel in den Venen, sogenannte Thrombosen. Deren gefährlichste Folge kann dann eine Lungenembolie sein.

Frauen, die die Pille einnehmen, sollten auf typische Anzeichen einer Thrombose oder Embolie achten und bei entsprechenden Anzeichen umgehend einen Arzt aufsuchen. Symptome können starke Schmerzen im Bein, Schwellungen des Beines oder ein Spannungs- oder Schweregefühl im Bein sein. Auch eine bläulich-rote Verfärbung oder Glänzen der Haut am Bein können Zeichen einer Thrombose sein. Bei einer Lungenembolie sind plötzliche Atembeschwerden oder Atemnot, atemabhängiger Brustschmerz und Herzrasen typische Symptome.

Mehr Informationen zu Nutzen und Risiken der verschiedenen Pillenvarianten sind in der AOK-Faktenbox www.aok.de/faktenboxen verfügbar.