Wissenschaftliche Analyse: Rabattverträge steigern Liefersicherheit

Arzneimittelversorgung: Politik darf der Pharmalobby nicht auf den Leim gehen

Datum: 07.11.2019 / Ressort: Arzneimittel

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WidO) veröffentlichte heute (07.11.2019) eine fundierte Analyse der Lieferfähigkeit von Arzneimitteln und der Konzentration im Arzneimittelmarkt in Deutschland.

Erneut wird mit der heute veröffentlichten Analyse des WidO wissenschaftlich fundiert belegt, dass Arzneimittelrabattverträge die Versorgungssicherheit der Versicherten mit Arzneimitteln verbessern und den Wettbewerb im Arzneimittelmarkt beleben. So erhöhen die Arzneimittelrabattverträge der AOK nachgewiesenermaßen die ohnehin schon hohe Lieferfähigkeit im Generikamarkt von 99,3 Prozent auf 99,7 Prozent. Zugleich nahm die Konzentration im deutschen Generikamarkt seit 2006 um über 40 Prozent ab. Die Große Koalition ist gut beraten, sich diesen wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen nicht zu verschließen - und sich von der Pharmalobby nicht an der Nase herumführen zu lassen: Das Märchen groß angelegter Engpässe ist leider sehr eingängig.

Für ein durch Arzneimittelhersteller selbst verursachtes Problem durch Einschränkung des Rabattvertragswettbewerbs – und damit mehr Geld - belohnt werden zu wollen, ist schlicht dreist. Deutschlands marginale vier Prozent am globalen Arzneimittelmarkt machen deutlich, dass die Forderung nach mehr Geld in Deutschland globale Lieferprobleme nicht beeinflussen kann.