Wissenschaftliche Studie: Bedarf an Pflegekräften wächst rasant

Datum: 12.07.2019 / Ressort: Versorgung

Prävention im Pflegeheim gewinnt an Bedeutung

Im Jahr 2040 brauchen die Pflegeheime und -dienste in Baden-Württemberg fast doppelt so viel Personal wie heute, um der wachsenden Zahl der Pflegebedürftigen auch zukünftig gerecht werden zu können, so der aktuelle Pflege-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Es sind nicht einfach höhere Gehälter, die mehr junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern könnten“, so Andreas Schmöller, Fachbereichsleiter Rehabilitations- und Pflegemanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Neben guten Arbeitsbedingungen und vernünftiger Entlohnung kommt es auch ganz wesentlich darauf an, dass Pflegefachkräfte in ihrem Arbeitsalltag darin aktiv unterstützt werden, gesund und leistungsfähig und damit auch motiviert bleiben zu können.“ In direktem Zusammenhang damit stehe die Gesundheit und Zufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner. 

„Wenn wir die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihrer Angehörigen weiter verbessern können und zugleich die Gesundheitsförderung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter systematisch aufsetzen, erzielen wir einen doppelten Effekt, der sich für alle Beteiligten positiv auf die Qualität der Pflege auswirken wird“, ergänzt Schmöller. Die AOK Baden-Württemberg starte deshalb ein entsprechendes Programm, das mit Prof. Dr. Wolfgang Schlicht, emeritierter Sport- und Gesundheitswissenschaften der Universität Stuttgart, konzipiert und ausgearbeitet wurde. Es biete den Pflegeeinrichtungen individuell auf die Rahmenbedingungen der Organisation abgestimmte Optionen, Prävention nachhaltig zu etablieren. Die AOK Baden-Württemberg werde die Unternehmen im Rahmen des Programms mit einem spezialisierten Expertenteam in dem Prozess der Organisationsentwicklung beraten und begleiten.

„Unser Ziel ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen so weiterzubilden, dass jede Einrichtung zukünftig einen eigenen Gesundheitsmanager besitzt, der das Wohlergehen der Bewohnerinnen und Bewohner und der Kolleginnen und Kollegen im Blick hat und aktiv aus der eigenen Expertise heraus diese systematisch fördern kann“, so Schmöller. Denn entscheidend sei, von Beginn an Wege zu finden, die Maßnahmen dauerhaft im beruflichen Alltag umsetzen können. Nur so entstehe nachhaltig mehr Lebensqualität für alle. Wichtig sei zudem, fordert Schmöller, auch für die Fachkräfte in der ambulanten Pflege rasch vergleichbare Programme aufzusetzen.