Zecken kennen keine Corona-Kontaktbeschränkung

AOK Baden-Württemberg warnt vor Gefahren durch Zeckenbisse

Datum: 27.04.2020 / Ressort:

Nach milden Wintern ist die Gefahr von Zeckenbissen besonders hoch und die Gefahr an einem Zeckenstich zu erkranken ist nicht zu unterschätzen. Besonders in der aktuellen Corona-Pandemie, bei der viele Menschen unter Einhaltung der empfohlenen Kontaktbeschränkungen Spaziergänge und Freizeitaktivitäten in der Natur machen, könnten die Erkrankungen durch Zeckenbisse ansteigen.

Zecken lauern in Wald und Wiesen besonders in hohen Gräsern sowie Büschen und können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sowie auch die Borreliose übertragen. Rund 1 bis 5 Prozent der Zecken tragen laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) das FSME-Virus in sich, das zu Meningitis, Enzephalitis, Myelitis (Hirnhaut- bzw. Gehirn- oder Rückenmarksentzündung) führen kann. Doch gegen dieses Virus gibt es eine Schutzimpfung, die von Experten besonders in den Risikogebieten, zu denen fast alle Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg gehören, empfohlen wird. Die Kosten für Überprüfung und Auffrischung des Impfschutzes übernimmt die AOK Baden-Württemberg bei ihren Versicherten. Bei der Borreliose, die Hautrötungen, Arthritis Meningitis, und den Befall von Nervensystem und Herz verursachen kann, gibt es dagegen keinen Impfschutz. Darum ist beim Aufenthalt im Grünen trotz FSME-Impfung Vorsicht geboten, auch wenn nicht jeder Zeckenbiss eine Borreliose-Infektion bedeutet.
 
„Der beste Schutz ist die Vermeidung von Zeckenstichen“ rät Dr. Leslie Trautrims-Michelitsch, Ärztin und Fachbereichsleiterin Behandlungsmanagement bei der AOK Baden-Württemberg. „Die richtige Kleidung wie geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen wie auch das Absuchen des Körpers nach Zeckenstich nach Aufenthalten in der Natur sind wichtige Vorsichtsmaßnahmen.“ Falls man trotzdem einen Zeckenstich am Körper bemerkt, sollte der Parasit mit einer speziellen Pinzette oder Karte entfernt werden. Je schneller dies geschieht umso geringer ist die Gefahr, dass Erreger in den Körper gelangen. Ein roter Rand um den Einstich deutet auf eine Borreliose-Infektion hin und Betroffene sollten sofort zum Arzt gehen.

„Da die FSME-Impfung den einzigen wirksamen Schutz vor einer FSME Erkrankung darstellt, sollte vor allem in Risikogebieten wie zum Beispiel in Baden-Württemberg jeder Einzelne die Risiken und Nutzen sorgfältig abwägen,“ rät Trautrims-Michelitsch. „Als Schutz gegen Zecken ist neben allgemeinen Verhaltensmaßnahmen auch die Impfung für Personen, die sich viel im Freien bewegen, sinnvoll.“ In Baden-Württemberg wurden laut Robert-Koch-Institut (RKI) im Jahr 2019 164 FSME-Erkrankungen gezählt. Die FSME-Impfquote liegt laut AOK-Statistik bei 21,5 Prozent und damit leicht über dem vom RKI ermittelten Wert von 20,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen in Baden-Württemberg.
Zu allen Impfungen beraten Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte/innen. Auch die telefonische Beratung am AOK-MedTelefon steht allen Versicherten der Südwestkasse zur Verfügung – die kostenlose 24-h-Hotline für Ihre Gesundheit berät zu allen Impfungen sowie zu Reiseschutzimpfungen unter der Nummer 0800 10 50 501.

Karte FSME-Risikogebiete laut Robert Koch-Institut, Februar 2020:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_Tab.html