SIQ! Kongress 2017

Krankenhausqualität: Nicht alle müssen alles anbieten

Datum: 18.05.2017

Beim SIQ! Kongress diskutieren heute und morgen (18./19.05.2017) in Berlin rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kliniken und Krankenkassen sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Fachgesellschaften und Patientenorganisationen über die Qualität der Krankenhausversorgung in Deutschland.

Für Baden-Württemberg sieht die AOK Baden-Württemberg einen wichtigen Hebel, die Qualität der Krankenhäuser im Land weiter zu verbessern, im Aufbau einer effizienten und rationalen Krankenhausplanung. „Patientinnen und Patienten sollten immer im qualitativ besten statt im nächstbesten Krankenhaus behandelt werden“, sagt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. Erst jüngst habe der Qualitätsmonitor 2017 gezeigt, dass beispielsweise fast ein Drittel der 150 untersuchten Krankenhäuser in Baden-Württemberg weniger als 34 Herzinfarkt-Patienten pro Jahr behandelten. Dies seien kaum zwei Eingriffe innerhalb von 14 Tagen.

Hermann folgert: „Wir brauchen eine stärkere Spezialisierung der Kliniken. Nicht jedes Krankenhaus muss alles anbieten.“ Die von der Landesregierung verfolgten Ziele, zukunftsfähige Strukturen zu fördern und Fördermittel nicht nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, seien richtig gesetzt und würden deshalb von der AOK Baden-Württemberg nachdrücklich unterstützt. Ein solches Vorgehen diene dem notwendigen Abbau von ineffizienten Doppelstrukturen und behielte gleichzeitig die Qualität der Leistungserbringung fest im Blick.

Aktuell besitzen in Baden-Württemberg mehr als die Hälfte der Krankenhäuser 100 Betten oder weniger.




Zur vertiefenden Recherche:

Prof. Dr. Jörg Hacker (Hrsg.): Zum Verhältnis von Medizin und Ökonomie im deutschen Gesundheitssystem

Dr. Franz Dormann, Jürgen Klauber (Hrsg.): Qualitätsmonitor 2017