AU-Daten

Mehr Fehltage wegen psychischer Leiden

Der Stress im Alltag und am Arbeitsplatz nimmt kontinuierlich zu. Laut Stiftung Deutscher Depressionshilfe leidet jeder fünfte Bundesbürger mindestens ein Mal in seinem Leben unter einer Depression.

Mittlerweile sind in Baden-Württemberg psychische Störungen die dritthäufigste Ursache für eine Krankschreibung. Während die Fehltage der AOK-versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land 2016 (5,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr (2015: 5,1 Prozent) leicht zurückgingen, stieg der Anteil der psychischen Störungen um knapp einen Prozentpunkt (2015: 10,1 Prozent; 2016: 11,0 Prozent). Dies ergab eine aktuelle Auswertung der AOK Baden-Württemberg über die krankheitsbedingten Fehlzeiten ihrer versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Psychische Belastungen und Störungen zählen seit vielen Jahren zu den häufigsten Ursachen krankheitsbedingter Ausfälle am Arbeitsplatz – und das mit steigender Tendenz“, erläutert PD Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der größten Südwestkasse. „Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen kann. Untersucht wurden vor allem Jogging, Walking, aber auch Aerobic und Kraftsport.“ Erholungspausen während der Arbeit seien ebenfalls ein wirksames Mittel, Stress als häufige Ursache von depressiven Erkrankungen vorzubeugen. „Obwohl die Zahl der Frühberentungen insgesamt zurückgeht, hat sich diese Zahl bei Menschen mit depressiven Störungen vom Jahr 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt“, so Knapstein.

Der Analyse liegen die Daten von mehr als 2,2 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Baden-Württemberg zugrunde. Der Krankenstand beschreibt die Arbeitsunfähigkeitstage im Kalenderjahr. So bedeutet dies für 2016, dass im Durchschnitt jedes AOK-Mitglied in Baden-Württemberg gut 18 Tage (5 Prozent der 365 Tage) arbeitsunfähig war. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) aller Arbeitsunfähigkeitstage sind auf die vier Krankheitsarten Muskel- und Skeletterkrankungen (22,3 Prozent), Erkrankungen des Atmungssystems (13,5 Prozent), psychische Störungen (11 Prozent) und Verletzungen (10,6 Prozent) zurückzuführen.