Bluthochdruck

Volkskrankheit Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Allein im Jahr 2015 litten ca. 1,1 Mio. Versicherte der AOK Baden-Württemberg unter Bluthochdruck. Das ist etwa jeder Vierte der bei der Südwestkasse Versicherten. Die Häufigkeit von Bluthochdruck unter den Versicherten der AOK BW blieb über die vergangen fünf Jahre relativ stabil. Besonders betroffen von Bluthochdruck sind Männer und Frauen ab 60 Jahren. Die Hälfte der 60-64 jährigen Versicherten leidet unter Bluthochdruck, bei den 75-79 Jährigen sind es sogar 3 von 4 Versicherten. Aber auch jeder Zehnte der 40-44 jährigen Versicherten war im Jahr 2015 wegen Bluthochdruck in ambulanter oder stationärer ärztlicher Behandlung.

Fragen und Antworten von Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg, zum Thema "Bluthochdruck:

Was versteht man unter Bluthochdruck?
Dr. Sabine Knapstein: „Bei Bluthochdruck ist der Druck in den Gefäßen erhöht, damit steigt u. a. das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall. Sind die Blutfettwerte zu hoch, dann spricht man von einer Lipidstoffwechselstörung. Werden nur Triglyzeride und Cholesterin im Blut bestimmt, unterscheidet man zwischen der Hypertriglyzeridämie, also erhöhten Triglyzeridwerten von mehr als 150 mg/dl, einer Hypercholesterinämie oder Cholesterinüberschuss bei Werten von mehr als 200 mg/dl, und einer Kombination aus beiden, wenn beide Werte erhöht sind. Triglyceride sind ein wichtiger Energielieferant für den Körper. Sie liefern mehr als doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate und Eiweiße. Gespeichert werden sie im Fettgewebe und dienen als Energiereserve, auf die der Körper bei Bedarf zurückgreifen kann. Cholesterin ist ein lebensnotwendiges Fett, das der Körper zum Aufbau verschiedener Hormone, als Baustein für neue Gewebe und zur Produktion der Gallensäure benötigt. In den Industrieländern, bedingt durch eine ungesunde Ernährung und wenig Bewegung, ist vor allem die sekundäre Lipidstoffwechselstörung weit verbreitet. Diese ist oft eine Folge von beispielsweise Übergewicht, Zuckerkrankheit, chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen oder einer Schilddrüsenunterfunktion."

Wie erkennt man, dass man unter Bluthochdruck leidet?
Dr. Sabine Knapstein: „Anzeichen für Bluthochdruck können Allgemeinbeschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen oder Kurzatmigkeit sein. Bei plötzlichen Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühlen, z .B. im Gesicht oder in den Beinen, sollte umgehend der Hausarzt aufgesucht werden. Dies könnten Symptome oder Anzeichen eines drohenden Schlaganfalls sein.“

Was kann man vorbeugend tun?
Dr. Sabine Knapstein: „Vorbeugend wirkt vor allem eine gesunde Lebensweise. Helfen kann eine ausgewogene, wenn möglich salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung. Auch Stress, Alkohol und Nikotin sollten vermieden werden. Übergewicht kann ebenfalls zu Bluthochdruck führen."