Pflegefragen

Rund zwei Drittel der Baden-Württemberger sorgen sich um Pflegefragen


Pflegereform bringt ab Januar 2017 Verbesserungen

Rund zwei Drittel (69%) der Baden-Württemberger haben die Sorge, im Alter zum Pflegefall zu werden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Produkt + Markt im Auftrag der AOK Baden-Württemberg. „Auch wenn jeder Dritte Pflegerfahrung hat: Vielen fällt es schwer, sich vorzustellen, was Pflegebedürftigkeit für sie persönlich bedeutet. Und das Unbekannte beunruhigt uns Menschen“, sagt PD Dr. Sabine Knapstein, Psychologin und Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg.

Hinzu kommt die Unsicherheit, im Fall der Fälle wirklich gut versorgt zu sein. Ab Januar 2017 gelten dabei mit der neuen Pflege sehr viel bessere Voraussetzungen als bisher. „Unsere Experten in unseren 230 Kundencentern und den 14 Competencecentern Pflege im Land helfen dabei, schnell und sicher die richtigen Leistungen der Pflegeversicherung zu organisieren. Wenn es die Situation erfordert, beraten wir unsere Versicherten auch zu Hause“, erklärt Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Die Umfrageergebnisse haben zudem gezeigt, dass 65 Prozent der Baden-Württemberger zwischen 46 und 65 Jahren bereit sind, ihre eigene Freizeit zugunsten von Pflegeaufgaben einzuschränken. Jeder Zweite der jüngeren könnte sich vorstellen, bei einem Pflegefall in der Familie nur noch in Teilzeit zu arbeiten. Hermann: „Wichtig für pflegende Angehörige ist, alle Möglichkeiten der Entlastung auch wirklich auszuschöpfen. Über die Grenzen zu gehen, hilft auf Dauer niemandem – und dem Pflegebedürftigen schon gar nicht.“ Nur jeder Zehnte (13 Prozent), der in die Pflege eines Angehörigen eingebunden sei, habe bislang das Angebot der sogenannten Verhinderungspflege überhaupt genutzt – wo doch die Kosten für eine Ersatzpflegekraft von der Pflegekasse übernommen würden, wenn der pflegende Angehörige eine Auszeit nehme.
 

Zusatzinformation für die Redaktionen:

Mit einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und der Einführung von fünf Pflegegraden wird ab 01.01.2017 die grundsätzliche Gleichstellung aller Pflegebedürftigen gewährleistet. Niemand bekommt weniger, als dies im bisherigen System der Pflegestufen der Fall war, stattdessen erfolgen zahlreiche Leistungsverbesserungen: Künftig erhält jeder Pflegebedürftige im stationären Bereich zusätzliche Betreuungsangebote wie beispielsweise Begleitung beim Spazierengehen. Zudem werden pflegende Angehörige in der Renten- und Arbeitslosenversicherung künftig besser abgesichert. Die AOK Baden-Württemberg hat ihre rund 200.000 Pflegebedürftigen bereits schriftlich über die kommenden Änderungen informiert. Zudem führte die Pflegekasse bisher bereits über 140 Informationsveranstaltungen in ganz Baden-Württemberg durch. Mehr Informationen unter www.aok-bw.de/pflege.

In ihren 230 Kundencentern im ganzen Land berät die AOK Baden-Württemberg ihre Versicherten rund um ihre Gesundheit. Bei Fragen zu Pflege und Pflegebedürftigkeit haben die Mitarbeiter vor Ort die Möglichkeit, die Experten aus den 14 Competencecentern Pflege hinzuzuziehen.

Prognosen des Statistischen Landesamtes zeigen, dass im Jahr 2030 über 400.000 Pflegebedürftige in Baden-Württemberg leben werden. Bereits in den letzten sechs Jahren nahmen die Leistungsausgaben der AOK Baden-Württemberg in der Pflegeversicherung um rund 45 Prozent auf über 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu, 2017 werden es 2,5 Milliarden Euro sein.

Die repräsentative Umfrage der AOK Baden-Württemberg wurde vom Marktforschungsinstitut Produkt + Markt durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 500 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahre in Baden-Württemberg.

 

 

 

Infografik: Was würden Sie für die Pflege eines Angehörigen tun?

 

 

 

Infografik: Haben Sie Angst davor, im Alter pflegebedürftig zu werden?