Standpunkt Pflege 01-17

Hängt gute Pflege von der Postleitzahl ab?

"Wer sagt, dass gute Pflege von der Postleitzahl abhängt, hat recht - zumindest wenn er damit meint, dass die betreuende Pflegekasse die gleiche Postleitzahl haben sollte wie der Mensch, der Pflege benötigt. Denn gute Pflege braucht Nähe. Davon sind wir bei der AOK Baden-Württemberg überzeugt. Das leben wir seit Jahren. Und deshalb bauen wir die Präsenz für die Menschen vor Ort weiter aus. So haben wir in unseren auf Pflege spezialisierten Beratungsteams die Zahl der Vollzeitkräfte bis Ende 2016 auf derzeit 234 Kolleginnen und Kollegen erhöht.

Wer pflegebedürftig ist oder wird oder zu der großen engagierten Gruppe der pflegenden Angehörigen gehört, dem steht eine Vielzahl von unterschiedlichen  Unterstützungsmöglichkeiten offen. Mit der „Neuen Pflege“, die die AOK Baden-Württemberg lebt und ausbaut, wächst das Angebot stetig und ist seit Januar dieses Jahres umfangreicher als jemals zuvor. Eine gute Pflegekasse zeichnet sich daher auch dadurch aus, dem einzelnen schnellstmöglich und individuell zu der geeigneten Unterstützung zu verhelfen. Mit unseren 230 KundenCentern, 14 CompetenceCentern Pflege und 100 Pflegeberaterinnen und -beratern im ganzen Land tun wir genau das - rasch und im persönlichen Gespräch auf den Menschen abgestimmt.

Die Bereitschaft der Angehörigen, ein Familienmitglied zuhause zu pflegen, ist in unserem Land riesig. Rund 60 Prozent würden ihre eigene Freizeit zurückstellen. Fast die Hälfte ist bereit, die Arbeitszeit zu reduzieren. Und mehr als jeder Zehnte kann sich sogar vorstellen, den eigenen Beruf ganz aufzugeben. Auch diese Menschen brauchen Unterstützung in ihrer Nähe. Wir bieten ihnen deshalb Jahr für Jahr 450 Kurse und Gesprächskreise vor Ort, die sie darin unterstützen, ihre Herzensangelegenheit und zugleich schwierige Aufgabe zu erfüllen.

Nicht zuletzt braucht gute Pflege die passenden Strukturen. Erfolg misst sich für die Menschen daran, dass passende Pflegeangebote zur persönlichen Situation passen und sowohl auf die Bedarfe und auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind. Deshalb sind Netzwerke in der Region und der Dialog mit allen Akteuren von zentraler Bedeutung. Wir engagieren uns dafür, nicht nur mit den Leistungserbringern zu sprechen, sondern Netze gleichsam mit den Entscheidern aus Politik, Wirtschaft und auch Industrie zu weben. Nur im engen Austauscht entstehen gemeinsame Lösungen für die, die Pflege oder Unterstützung benötigen.

Im Jahr 2030 wird es laut Prognosen in Baden-Württemberg 400.000 zu Pflegende geben. Dieser großen Aufgabe nehmen wir uns gern an. Und wir wissen: Wir werden diese Aufgabe gemeinsam bewältigen - wenn der Mensch weiter im Mittelpunkt bleibt: der Pflegebedürftige genauso wie seine Angehörigen und die vielen Pflegerinnen und Pfleger. Die AOK Baden-Württemberg wird weiterhin dafür sorgen, dass die Angebote so vielfältig wie nur irgend möglich werden. Deshalb sind wir es, die die Frage stellen: Wie möchten Sie leben und wie möchten Sie alt werden? Und die Antworten geben die, die Hilfe benötigen. Gute Pflege entsteht jetzt und in Zukunft durch Nähe - emotionale und geographische."

Britta March ist Referatsleiterin Pflege bei der AOK Baden-Württemberg und mit verantwortlich für die Einführung und Umsetzung der neuen Pflege.

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