Treffen der EU-Gesundheitsminister

Digitalisierung: Die Menschen mitnehmen

Datum: 25.07.2017

Für seine laufende EU-Ratspräsidentschaft verspricht Estland, die Digitalisierung des Gesundheitswesens in den Mitgliedsstaaten voranzutreiben. Dies ist dringend notwendig. Denn in Deutschland geht es in diesem Bereich immer noch viel zu schleppend voran. „Die Politik muss hier den Handlungsrahmen vorgeben, andernfalls übernehmen private Großkonzerne den Markt“, betont Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg. In ihrer alternativen Regelversorgung treibt die größte Kasse im Südwesten die Digitalisierung deshalb bereits massiv voran. Digitale Arztbriefe und Medikationspläne sollen die Kommunikation zwischen den rund 6.000 beteiligten Ärztinnen und Ärzten im Land spürbar beschleunigen.

Dabei gilt es auch, die Patientinnen und Patienten mitzunehmen. Denn noch sind viele Deutsche skeptisch. Eine aktuelle Befragung des Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS für die AOK Baden-Württemberg zeigt, dass hierzulande derzeit gerade einmal ein Drittel der Menschen eine stärkere Nutzung digitaler Medien durch Ärzte befürworten. „Dabei“, so Hermann weiter, „bringt beispielsweise die Telemedizin besonders in strukturschwächeren Regionen Versicherten einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu ärztlicher Versorgung.“