Welt-Asthmatag

Asthmaerkrankungen nehmen zu

Asthma und allergiebedingtes Asthma nehmen weltweit zu. In Deutschland sind laut dem Kompetenznetz Asthma und COPD etwa fünf Prozent der Erwachsenen und jedes zehnte Kind betroffen. Im Kinder- und Jugendalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung.

Im Jahr 2015 litten rund 210.000 Versicherte der AOK Baden-Württemberg unter Asthma (allergisches Asthma, nicht allergisches Asthma und Mischformen, sowie akutes schweres Asthma). Rund 5 Prozent der AOK-Versicherten im Südwesten hat sich im Jahr 2015 wegen Asthma in ambulante oder stationäre Behandlung begeben. Zwischen 2011 und 2015 ist der Anteil an Betroffenen leicht gestiegen – um durchschnittlich 3,1 Prozent pro Jahr, bei Frauen etwas mehr (3,5%) als bei Männern (2,7%). In der Altersgruppe der 5 – 14 jährigen Versicherten sind Jungen deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Ein zweiter Höhepunkt bei den Betroffenen tritt in der Altersgruppe 60 – 74 Jahre auf. Hier kehrt sich das Geschlechterverhältnis allerdings um, und es sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen.

Privatdozentin Dr. Sabine Knapstein, Psychotherapeutin und Ärztin bei der AOK Baden-Württemberg, spricht anlässlich des Welt-Asthmatages am 2. Mai über Symptome, Auslöser und wie Betroffene reagieren können.

Was ist Asthma und wodurch wird es ausgelöst?
Dr. Sabine Knapstein: "Asthma, lateinisch Asthma bronchiale, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Atemwege. Typische Symptome für Asthma sind: ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen, also das sogenannte Giemen, Atemnot, Engegefühl der Brust und Husten, die anfallsweise auftreten. Ein Anfall von Asthma bronchiale kann ausgelöst werden unter anderem durch Allergien beispielsweise gegen Pollen oder Hausstaubmilben oder andere allergene Stoffe in der Umwelt. Weitere mögliche Auslöser sind Infekte, Arzneimittel wie beispielsweise Schmerzmittel oder Betablocker, körperliche Anstrengung oder Kälte. Rauchen und Asthma vertragen sich nicht. Betroffene sollten Umgebungen meiden, in denen geraucht wird."

Welche Maßnahmen gibt es, um eine Asthmaerkrankung zu vermeiden?
Dr. Sabine Knapstein: "Laut Studien sind etwa die Hälfte aller kindlichen Asthmaerkrankungen vermeidbar. Das Risiko dafür lässt sich beispielsweise dadurch senken, dass man das Kind lange stillt und auf eine rauchfreie Umgebung achtet."

Was empfehlen Sie Menschen, die bei sich eine Asthmaerkrankung vermuten?
Dr. Sabine Knapstein: "Bei typischen Anzeichen sollten Betroffene zu einem Arzt gehen und abklären lassen, ob Asthma vorliegen könnte. Hierfür wird der Arzt Fragen stellen, untersuchen und einen Lungenfunktionstest durchführen."

Können Betroffene Sport treiben?
Dr. Sabine Knapstein: "Betroffene denken häufig, sie müssten auf Bewegung und Sport verzichten. Zu Asthmaanfällen durch Sport  kommt es meist dann, wenn das Asthma nicht gut kontrolliert oder die Belastung zu stark ist. Wenn man sich auf die Belastung vorbereitet, ist dieses Risiko eher gering. Wichtig ist, die Intensität der Bewegung  an die eigene Fitness anzupassen und bei Anzeichen für Atembeschwerden eine Pause zu machen oder die Intensität der Belastung  zu verringern. Außerdem wird empfohlen, sich vor dem Sport aufzuwärmen und die Belastung schrittweise zu steigern. Studien weisen darauf hin, dass Sport und Bewegung Asthmabeschwerden auf Dauer sogar verringern können."

Was bietet die AOK Baden-Württemberg ihren Versicherten, die unter einer Asthmaerkrankung leiden?
Dr. Sabine Knapstein: "Für Menschen mit Asthma bronchiale bietet die AOK Baden-Württemberg ein spezielles, strukturiertes Behandlungsprogramm: AOK-Curaplan Asthma. Dieses gewährleistet eine optimale Behandlung von Asthma bronchiale durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine Asthma-Therapie, die sich an dem besten verfügbaren wissenschaftlichen Wissen orientiert, Patientenschulungen, die die Patienten zur aktiven Mitarbeit auf Augenhöhe mit dem Arzt befähigen und zielgerichtete Informationen."