Welt-Osteoporosetag

Osteoporose: Leichter Rückgang in Baden-Württemberg

In Deutschland leiden laut Robert-Koch-Institut rund 24 Prozent der Frauen ab einem Alter von 65 Jahren und 6 Prozent der Männer dieser Altersgruppe an Osteoporose. Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch einen Abbau an Knochenmasse und eine Verschlechterung der mikroarchitektonischen Knochenstruktur charakterisiert ist, was zu einer geringen Bruchfestigkeit des Knochens führt. Bereits bei geringfügigen äußeren Anlässen kann es bei Patientinnen und Patienten mit Osteoporose zu Knochenbrüchen kommen. Vor allem die Bereiche Wirbelsäule, Oberschenkelknochen und Handgelenke sind davon häufig betroffen.

Ein Blick auf die Statistik der AOK Baden-Württemberg zeigt, dass die Anzahl der AOK-Versicherten, die sich in Baden-Württemberg aufgrund einer Osteoporose-Erkrankung behandeln ließen, in den letzten vier Jahren um 1 Prozent leicht zurückgegangen ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 153.268 AOK-Versicherte im Land mit Osteoporose behandelt – darunter 134.435 Frauen und 18.833 Männer.

Mit ein Grund für den leichten Rückgang dürfte der seit dem Jahr 2014 geltende Facharztvertrag für Orthopädie sein. Der Vertrag gilt nicht nur für Orthopäden, sondern auch für Chirurgen, die orthopädische Leistungen erbringen. Die Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen, Osteoporose und anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates wird seitdem nachhaltig verbessert. Der zwischen dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), dem Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC), der AOK Baden-Württemberg, der Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg unterzeichnete Vertrag ist so aufgebaut, dass Schwächen in der Regelversorgung wie fehlende Zeit für die Beratung der Patienten, mangelnde Behandlungskoordination und unnötige stationäre Eingriffe vermieden werden.

Dr. med. Burkhard Lembeck, Sprecher des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) in Baden-Württemberg sagt: „Für Osteoporose-Patienten gehören ausführliche Aufklärung und Beratungen zu Lebensstiländerungen zu einer guten Versorgung: Dazu zählen Tipps zu abwechslungsreicher Bewegung, Empfehlungen zu kalzium- sowie Vitamin D-reicher Ernährung und konkrete Ratschläge zur Sturzprophylaxe“. Wichtig sei auch, dass der Vertrag eine umfassende leitlinienorientierte Basisdiagnostik ermögliche, wie das Beispiel Knochendichtemessung zeige. Entsprechend dem wissenschaftlich neuesten Stand sind auch die Gesundheitsangebote der AOK Baden-Württemberg gezielt ausgerichtet; und der Orthopäde unterstützt den Patienten mithilfe des grünen Rezepts, die richtigen Bewegungsangebote bei Osteoporose zu finden.